Beratung zur Seniorensicherheit - Informationen über aktuellen digitalen Betrug in Wörrstadt
Im Rahmen ihrer Beratungstätigkeit zur Seniorensicherheit konnten die ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberater, Helmtrud Arnold und Rüdiger Konrad, gemeinsam mit Stephan Grob, Polizeihauptkommissar der Polizeiwache Wörrstadt und der Generationenbeauftragten Susanne Schwarz-Fenske mehr als 70 Seniorinnen und Senioren aus der gesamten Verbandsgemeinde erreichen.
Viele Seniorinnen und Senioren waren mit verschiedenen Betrugsmaschen, insbesondere mit sogenannten Telefon-Schockanrufen, bereits vertraut. Durch die zunehmende Nutzung von Internet und Smartphone durch ältere Menschen nimmt jedoch auch der digitale Betrug zu. Ziel der Täter ist es, an persönliche Daten und Ersparnisse zu gelangen. Über diese aktuellen Betrugsformen informierten die Verantwortlichen für die Seniorensicherheit in der Verbandsgemeinde die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Eine derzeit verbreitete Betrugsmasche ist die Übernahme von WhatsApp-Konten, das sogenannte „Ghost Pairing“. Dabei erhalten vor allem Senioren eine Nachricht von einem scheinbar bekannten Kontakt, wie Freunden, Enkeln oder Bekannten, deren Konten bereits „gehackt“ wurden, d.h. durch einen unbefugten Zugriff hat sich jemand Zugang zu deren Kundenkonto und Daten erwirkt. Über Anfragen für frei erfundene Abstimmungen verschaffen sich Betrüger Zugriff auf die WhatsApp-Konten.
Der Betrug läuft dabei so ab, dass der Absender um Unterstützung bei einer Online-Abstimmung bittet, einem Voting oder einer Umfrage und schickt einen Link oder QR-Code mit. Wer darauf klickt oder den Code scannt, wird aufgefordert einen Bestätigungscode einzugeben. Mit diesem Code koppeln die Betrüger das WhatsApp-Konto des Opfers mit ihrem eigenen Gerät. Sie übernehmen den Account komplett, sperren den echten Nutzer aus und haben so den Zugriff auf das Konto des Opfers. Haben die Täter dann über das verknüpfte Gerät Zugriff auf das Konto des Opfers, können sie in seinem Namen dessen Kontakte anschreiben. Unter verschiedensten Vorwänden bitten sie anschließend um Geld, wie „Mein Handy ist heruntergefallen, kannst du mir bitte schnell 500 € für ein neues überweisen?“ Es wirkt auf die Empfänger oft sehr glaubwürdig und schließlich kommt es zur Geldzahlung. (Quelle: Presseportal des Polizeipräsidiums RLP)
Daher rät die Polizei bei allen Betrugsmaschen, wenn unerwartete Geldforderungen kommen, direkt die Familie oder sonstige genannte Bekannte zu kontaktieren, um die Angaben zu überprüfen. Zudem rät die Polizei niemals unbekannte QR-Codes zu scannen und keinen Links zu folgen, ohne deren Herkunft und Zweck überprüft zu haben. Man sollte außerdem vorsichtig sein, wenn man über Messenger zur Teilnahme an Abstimmungen oder Gewinnspielen aufgefordert wird und keine verdächtigen Links öffnen. Die Nutzer sollten daher nicht der Verknüpfung eines unbekannten Geräts mit dem eigenen WhatsApp-Konto bestätigen oder Verifizierungs- oder Sicherheitscodes weitergeben. Die Polizei gibt den Tipp, im Einstellungsmenü von WhatsApp regelmäßig die mit dem eigenen Konto verknüpften Geräte zu prüfen und unbekannte Verknüpfungen entfernen. Nur so kann man regelmäßig überprüfen, ob bereits ein fremdes Gerät Zugriff auf das eigene Konto hat und entsprechend dagegen vorgehen.
Sollten Sie dennoch Opfer eines Betrugs geworden sein, wenden Sie sich direkt an die örtliche Polizeidienststelle Wörrstadt, die Sie in Ihrem weiteren Vorgehen unterstützt. Weitere Informationsmaterialien zur Seniorensicherheit erhalten Sie bei der Generationenbeauftragten.