Verbandsgemeinderat beschließt Integriertes Vorreiterkonzept
Konkrete Schritte zur klimaneutralen Wärmeversorgung eingeleitet
Das Integrierte Vorreiterkonzept der Verbandsgemeinde Wörrstadt hat der Verbandsgemeinderat nach intensiver Diskussion einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen. Damit wird das Klimaschutzkonzept der Verbandsgemeinde Wörrstadt aus dem Jahr 2012 fortgeschrieben und an die aktuellen klimapolitischen Zielsetzungen angepasst.
Ein zentrales Ziel des Konzepts ist es, die Treibhausgasneutralität der Verbandsgemeinde Wörrstadt bis zum Jahr 2040 zu erreichen. Darüber hinaus soll eine Strategie entwickelt werden, mit der die Verwaltung bereits bis 2035 klimaneutral aufgestellt werden kann.
„Mit dem Beschluss des Vorreiterkonzepts schaffen wir einen verbindlichen Rahmen für unseren weiteren Weg beim Klimaschutz. Entscheidend ist dabei, dass wir nicht nur Ziele formulieren, sondern auch konkrete Maßnahmen auf den Weg bringen. Gerade bei unseren eigenen Gebäuden haben wir unmittelbar Einflussmöglichkeiten. Wir können zeigen, dass Klimaschutz und eine nachhaltige Wärmeversorgung auch auf kommunaler Ebene Schritt für Schritt umgesetzt werden können und wirtschaftlich sinnvoll sind“, erklärt Bürgermeister Markus Conrad.
Für die kommunalen Liegenschaften wurde deshalb eine konkrete Strategie zur Erreichung der festgelegten Klimaschutzziele durch die Transferstelle Energie entwickelt. Diese wurde dem Ausschuss für Bauen, Planen und Infrastruktur in seiner Sitzung im Dezember 2025 bereits vorgestellt.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass eine Treibhausgasneutralität der kommunalen Liegenschaften nur erreicht werden kann, wenn vorrangig in erneuerbare Energien investiert und die Nutzung fossiler Energieträger schrittweise beendet wird. Als kurzfristig umsetzbare und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahme ist unter anderem der Einsatz sogenannter Beistell-Wärmepumpen vorgesehen. Diese können zu den derzeitigen Heizsystemen gestellt und ohne Anpassung der Gebäudeheizregelung, Temperaturen oder Hydraulik direkt die vorhandene fossile Heizung ablösen. So lässt sich der Wärmeverbrauch aus fossilen Energieträgern um bis zu 80 Prozent und gleichzeitig auch die Abhängigkeit von steigenden Öl- und Gaspreisen reduzieren.
Die ersten konkreten Maßnahmen sind bereits eingeleitet: An der Grundschule Partenheim, dem Dorfgemeinschaftshaus Ensheim, der Neubornhalle Wörrstadt und der Mehrzweckhalle Wallertheim wurden die notwendigen Vor-Ort-Begehungen durchgeführt. Zudem wurden die Planungen für die Umstellung der Wärmeversorgung auf Wärmepumpen aufgenommen.
In einem zweiten Schritt soll eine weitergehende energetische Optimierung der jeweiligen Gebäude erfolgen. Ziel ist es, den Energiebedarf dauerhaft zu senken und die Wärmeversorgung zunehmend auf erneuerbare Energien umzustellen. Weitere Maßnahmen, wie etwa die Erhöhung der E-Mobilität im VG-eigenen Fuhrpark sowie der Ausbau von Photovoltaik, sind ebenfalls Bestand des Konzepts, das viel Lob vom Verbandsgemeinderat erhielt.
Auch wenn der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit bereits im April 2022 der Erstellung des Integrierten Vorreiterkonzepts zugestimmt hatte, konnte mit der Erstellung erst 2025 begonnen werden. Grund dafür ist die späte Förderzusage des Projektträgers „Zukunft-Umwelt- Gesellschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, die erst nach rund zweieinhalb Jahren erteilt wurde.