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Heimspiel Wissenschaft - »Insektensymbiose im Weinberg: Kleine Tiere, großes Teamwork«

Heimspiel Wissenschaft bringt Wissenschaftler:innen, die aus ländlichen Regionen stammen, zurück in ihre Heimatorte. Dort berichten sie in verständlicher und persönlicher Weise über ihre Forschung und kommen mit den Menschen vor Ort ins Gespräch.

Datum:

23.10.2026

Uhrzeit:

18:30 bis 20:30 Uhr

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Ronja Krüsemer, Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Insekten sind überall: Sie summen in den Weinbergen, krabbeln auf Blüten oder verstecken sich im Laub. Und doch wissen wir oft erstaunlich wenig über sie – und noch weniger über die winzigen „Haustiere“, die viele von ihnen in sich tragen.

Genau hier setzt die Forschung von Ronja Krüsemer an: Sie erklärt das Zusammenleben zweier verschiedener Arten von Lebewesen – Symbiose – und wie beide von ihrem jeweiligen Partner profitieren. Symbiosen findet man in der Natur immer wieder, im Tierreich zum Beispiel bei Insekten. Insekten sind die artenreichste Tiergruppe auf unserem Planeten. Ihr Erfolg beim Besiedeln verschiedener Lebensräume hängt maßgeblich davon ab, dass sie Symbiosen mit Bakterien und Pilze eingehen können. Ihre Partner in der Symbiose stellen den Insekten eine Reihe an nützlichen Produkten zur Verfügung – zum Beispiel Antibiotika oder Aminosäuren. So können die Insekten Nahrung verdauen, die sonst unverdaulich wäre, sich gegen Fressfeinde oder Krankheitserreger wehren oder in extremen Lebensräumen überleben.

Das Problem: Viele dieser Symbionten haben sich über Millionen von Jahren so sehr an das Leben im Wirt „gewöhnt“, dass sie außerhalb des Insekts nicht mehr überleben können. Diese Bakterien sind in der Regel nicht kultivierbar – und auch das Insekt überlebt im Normalfall nicht ohne seinen Symbionten. Experimente gestalten sich dementsprechend schwierig.

In ihrem Vortrag beim Heimspiel Wissenschaft nimmt Ronja Krüsemer ihr Publikum mit auf eine Reise durch die Welt der Insektensymbiosen – mit Beispielen von Insekten, die im Raum Rheinhessen vorkommen. Teil des Vortrags werden eingängige Beispiele sein, die einen Überblick über die verschiedenen Funktionen von Symbionten geben.

Ronja Krüsemer ist in Wörrstadt aufgewachsen. Mit ihrer Heimat verbindet sie weit mehr als ihre Herkunft – weitläufige Weinberge, ein kühles Glas Weißwein (idealerweise gepaart mit Spundekäs und Zwiebelkuchen) und eine aktive Vereinskultur. Seit 2021 promoviert Ronja Krüsemer am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena.

Im Anschluss an ihren Vortrag bleibt in entspannter Runde Zeit mitzudiskutieren und Fragen zu stellen – zum Thema selbst oder einfach zum Leben als Wissenschaftlerin. Der Vortrag ist öffentlich, kostenlos und für Groß und Klein geeignet. Für Getränke und Häppchen ist gesorgt.