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ILEK-Auftaktsymposium »Mensch und Natur in unserer VG Wörrstadt« 16.09.2020 


ILEK-Auftakt mit Symposium erfolgreich gestartet


v.l.: Bürgermeister Markus Conrad, ILEK-Managerin Aischa Habeck, Umweltministerin Ulrike Höfken, VG-Beigeordneter Jean-Sebastien Larro und Fachbereichsleiter (B&U) Sandor Domidian

Am 1. September 2020 fand mit dem Symposium „Mensch und Natur in unserer VG Wörrstadt“ die Auftaktveranstaltung für unterschiedliche Aktivitäten in der VG Wörrstadt im Rahmen des ILEK – Natürliche VG Wörrstadt statt. Das ILEK (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) hat zum Ziel, verschiedene Akteure im Naturschutz zusammenzubringen, um ihre jeweiligen Zielsetzun­gen und Herangehensweisen besser kennenzulernen.

Knappe 100 Interessierte aus Landwirtschaft, Weinbau, Politik, Tourismus und Gastronomie, Wirtschaft und natürlich weitere Natur- und Umweltfreunde hatten sich in der Neubornhalle unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Regeln zusammengefunden.

Schon bei der Eröffnung des Symposiums verwiesen Markus Conrad, Bürgermeister der VG Wörrstadt, und Jean-Sebastien Larro, Beigeordneter der VG Wörrstadt, auf was es bei der Umsetzung des ILEK in Zukunft am meisten ankommen wird: „Nur, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, können wir Projekte weiterentwickeln“, sagte Conrad. Larro ergänzte: „Gemeinsame Absprachen, auch durch Ortsbegehungen, sind wichtig. So kann man viele potentielle Konflikte früh ausschließen. In Wallertheim hat sich dies bereits gezeigt: Für jedes Problem gab es am Ende des Tages eine Lösung.“

Die Vorträge des Abends zeigten dann alle ebenfalls in dieselbe Richtung.

Ulrike Höfken, Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, erläuterte in ihrem Beitrag die Bedeutung lokaler Projekte, die auch über Landes-, Bundes- und EU-Fördermittel finanziert werden können. Hierzu zählt beispielsweise das Förderprogramm Aktion Blau Plus des Landes RLP, das bei vielen Naturschutzprojekten in der VG bereits zum Einsatz kommt. Sie betonte, dass der Zustand und die Entwicklung der Natur aktuell mehr als besorgniserregend seien. „Die positive Nachricht ist, man kann dem auch entgegentreten“, so Höfken und ergänzte: „Das Wichtigste ist, dass Naturschutz und Bewirtschaftung wieder Hand in Hand gehen. Den Naturschutz ernst nehmen und gleichzeitig ein auskömmliches Wirtschaften ermöglichen, ist eine der großen Herausforderungen für den ländlichen Raum, mit denen wir uns zukünftig beschäftigen müssen. Dieser ambitionierte Prozess, die biologischen Vielfalt in Kombination mit naturverträglicher Landbewirtschaftung und regionaler Wertschöpfung mit Leben zu füllen, gelingt nur, wenn er wie hier von einem breiten kommunalen Bündnis getragen wird. Ich danke allen kommunalen Akteuren für ihr Engagement in der nachhaltigen Entwicklung unseres Heimatlandes und den Einsatz für die Bewahrung unserer Natur.“

Alle Vortragenden waren sich darüber einig, dass es überall im Land unterschiedliche Ausgangslagen gibt, auf die bei der Umsetzung vor Ort eingegangen werden muss. Hierzu müssen alle Akteure mit einbezogen werden. Dass jeder seinen Beitrag leisten kann, stellte auch Sarah Wirtz vom Landesjagverband Rheinland-Pfalz e.V. fest. Für sie ist ganz klar, dass die Verbesserung des Tourismus, der Naherholung und des Naturschutzes Hand in Hand mit beispielsweise dem Wildschutzprogramm zusammengehen. Hierzu zählen für sie beispielsweise das Anlegen von Blühflächen. Die sind nicht nur verhältnismäßig schnell angelegt, sondern bewirken neben dem positiven Gefühl gleich eine Vielzahl an positiven Nebeneffekten für die Natur. Dazu sollten die Blühflächen mindestens überjährig, im besten Fall mehrjährig, also 3 Jahre plus, angelegt sein. Wirtz hielt fest: „Da müssen auch wir Bürgerinnen und Bürger uns daran gewöhnen, dass es manchmal unschön aussieht so ein verdorrter, verblühter Acker.“ Die überjährige Anlage bietet Überwinterungs- und Versteckmöglichkeiten auch im Winter. Eine entsprechende Beschilderung könnte die Bürgerinnen und Bürger über den Grund für die Sommer-Schönheit und die Winter-Unordnung aufklären.

Diese Meinung vertrat auch Dr. Matthias Wucherer, Leiter des Netzwerks Blühende Landschaft. Er zeigte in seinem Vortrag an einem Beispiel auf, was für weitreichende Folgen schon kleine Probleme des Klimawandels für die Nahrungskette und das Wildleben haben können: Der Rückgang der Vogelarten wird durch fehlende eiweißhaltige Nahrung für die Küken bedingt. Das sind die Insekten, von denen es aber aufgrund der stetig schrumpfenden Pflanzen- und Pollen-Auswahl auch immer weniger gibt. Auch Wucherer wünschte sich mehr „Mut zur Unordnung“ und erklärte: „Jeder hat das Potential eines Naturschutzgebiets bei sich vor der Balkontür oder vor der Terrassentür. Durch richtig angelegte kleine Blüteninseln kann so auch quer durch die Kommunen eine insektenfreundliche Umgebung zum Durchwandern entstehen.“

In der anschließenden Diskussion stellten die Zuhörer viele Fragen zu den vorangegangenen Vorträgen, die von den Experten sowie Vertretern der VG-Verwaltung gemeinsam beantwortet werden konnten. Auch Fragen zum konkreten Vorgehen, beispielsweise beim Anlegen und Pflegen oder den Möglichkeiten zur Schaffung von Blühflächen auch auf alternativen Flächen, konnten sowohl aus kommunaler Sicht, als auch für Privatleute und Landwirtschaft erklärt werden.

Aischa Habeck, ILEK-Managerin der VG Wörrstadt, zieht ein positives Fazit der Veranstaltung: „Ich denke, der Auftakt ist uns geglückt. Die Zuhörer waren zufrieden und es war super zu sehen, wie das Interesse an ILEK sich tatsächlich quer durch die Akteurs-Gruppen zieht. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und auf den konstruktiven Austausch. Für die Zukunft haben wir viel vor!“

Foto: D. Schmitt-Thomas