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Modellprojekt kläranlage gau-bickelheim

Aus Stromverbrauchern werden künftig Stromerzeuger!

Die Abwasserbeseitigung Wöllstein-Wörrstadt AöR (kurz: AWW) betreibt unter anderem die Kläranlagen (KA) Gau-Bickelheim (bestehende Anschlussgröße: 13.000 Einwohnern (EW)) sowie Wöllstein (bestehende  Anschlussgröße: 12.000 EW).

An die Kläranlagen sind zurzeit die Ortsgemeinden Armsheim, Gau-Weinheim, Sulzheim, Rommersheim, Wallertheim, Gau-Bickelheim und Wöllstein angeschlossen und ab dem Jahr 2025 zusätzlich die Ortsgemeinde Vendersheim

Im direkten Einzugsgebiet der KA Gau-Bickelheim befindet sich der fleischverarbeitende Betrieb der Fa. Sutter GmbH, dessen Abwässer und Klärschlämme aus der betriebseigenen KA der KA Gau-Bickelheim zugeführt werden.

Auf Grundlage der nachfolgend aufgeführten Rahmenbedingungen wurde der Neubau/Umbau der Kläranlage Gau-Bickelheim sowie die Anbindung der beiden anderen Kläranlagen geplant.

 

AWW_Luftbild_GauBickelheim

© Philipp Koehler

 

1 I    
Die Kläranlage Gau-Bickelheim soll energetisch saniert und optimiert sowie von der simultanen aeroben Schlammstabilisierung auf Schlammfaulung mit Eigenstromerzeugung umgestellt werden.
2 I
Die Klärschlämme der KA Wöllstein und der Betriebs-KA der Fa. Sutter GmbH sollen über Pumpleitungen zur KA Gau-Bickelheim verbracht und dort mit ausgefault werden.
3 I
Die entsorgungspflichtigen Fette aus den Fettabscheidern der Fa. Sutter GmbH sollen als Co-Fermente zur Energieerzeugung auf der KA Gau-Bickelheim eingesetzt werden.
4 I
Die drei Kläranlagen sollen über einen Infrastrukturgraben verbunden werden, in dem die Rohre für Klärschlamm, Klärgas, Filtratwasser und Datenkabel für das Energiemangagment verlegt werden.
5 I
Die hochbelasteten Weinbauabwässer sollen in Zukunft energiebringend im Faulturm mitbehandelt werden.

Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen sollen die erzeugten Klärgasmengen auf der KA Gau-Bickelheim und der KA Wöllstein bedarfsgerecht in Strom und Wärme umgewandelt und vor Ort verbraucht werden.

Sollten die prognostizierten Klärgasmengen in der Praxis erreicht werden, so würden beide Kläranlagen energieautark sein. Aus Stromverbrauchern werden somit Stromerzeuger (Eigenverbrauch).

 

IN ZAHLEN HEISST DAS:

1 I     
Der Fremdstromverbrauch beider Kläranlagen beträgt zurzeit rund 870.000 kWh/a. Diese Strommengen werden zukünftig vollständig selbst erzeugt. Vermutlich wird noch ein Überschuss an produziertem Strom in das öffentliche Netz eingespeist.
2 I
Durch Optimierungsmaßnahmen von Anlagenteilen werden rund 53.500 kWh/a Strom eingespart.
3 I
An der KA Wöllstein wird voraussichtlich ein Wärmeüberschuss in Höhe von rund 850.000 kWh/a entstehen, der an andere Verbraucher abgegeben werden kann/soll.
4 I
Die gesamte Treibhausgasminderung beträgt rund 1.650.000 kg Co2eq/a.
5 I
Die Investitionskosten werden mit rund 10 Millionen Euro veranschlagt.

Da es sich bei dieser Maßnahme um ein sehr innovatives Projekt handelt, wird es neben dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten RLP vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit als Vorzeigeprojekt mit hoher bundesweiter Strahlkraft, das zum Nachahmen anregen soll, gefördert. Der positive Förderbescheid liegt seit dem 28.09.2021 vor.