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Zweimalig

Beziehungskisten-Kabarett
Dieter Thomas & Hendrike v. Sydow vom Frankfurter Fronttheater

Scheinbar ist alles wie immer. Dieter Thomas und Hendrike v. Sydow, das Urgestein des deutschen Beziehungskabaretts stehen auf der Bühne und streiten sich wie eh und je.

Fronttheater

Doch der Zuschauer merkt bald: Irgend etwas ist anders! Es ist etwas geschehen, was den Fortgang des ganzen Abends vollkommen in Frage stellt und womit bei den Beiden wohl niemand gerechnet hat: Sie haben sich kurz vor der Premiere ihres neuen Programms getrennt und sind mittlerweile geschieden. Und das passiert ausgerechnet zwei Kabarettisten, die seit Jahren beim Publikum damit hausieren gehen, dass – bei allen Streitigkeiten – sie zum Schluss des Abends immer wieder „ein Arsch“ und „ein Eimer“ sind. Wer wird denn an diesem Abend der „Arsch“ sein und wer der „Eimer“, fragt sich der Zuschauer. Werden die sich unter diesen verschärften Bedingungen derartig fetzen, dass es für die Anwesenden unerträglich wird?

Keine Angst, der Abend kippt nicht um und wird auch nicht zu einem peinlichen Rosenkrieg oder gar einer sanften Nelkenrevolution. Die zwei sind schon lange darüber hinweg und behaupten, dass für sie die Scheidung selbstverständlich „superlocker“ über die Bühne ging, genau wie die Sache mit dem Sorgerecht für den Hund, wer die CD-Sammlung und das wertlose Aktienpäckchen nun sein Eigen nennen darf und wer für die misslungene Scheidungsparty verantwortlich war. Alles längst geklärt. Als Profis sind sie „natürlich“ in der Lage, ihre persönlichen Probleme auf der Bühne vollkommen auszublenden, so dass zumindest an diesem Abend gilt, was bei den beiden immer gilt:Du bist Du und Ich bin Ich, jeder ist ein Depp für sich und das „zweimaliger“ denn je.

Wie eh und je ziehen die Erfinder des Beziehungskistenkabaretts nach kurzer Zeit das Publikum im Saal in ihren Bann. Und Gott oder Allah sei Dank (wem Dank sei, war bei Programmdruck noch nicht entschieden), weiss jeder, dass an so einem Abend mal nicht von Terrorismusexperten, Friedensforschern, vergleichenden Religionswissenschaftlern oder Nahostspezialisten herum theoretisiert wird, sondern dass gnadenlos offen darüber gestritten wird, wer von Beiden wohl die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Und der nötige Beziehungsterror in ihrem permanent stattfindenden Geschlechterkrieg bleibt immer im Rahmen dessen, was zwischen den Beiden gang und gäbe ist und was als „normale Härte“ jedem der anwesenden Zuschauer halbwegs vertraut sein dürfte.