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Gewerbegebiet

Trotz des Champions-League-Highlight zwischen Barcelona und Bayern München konnte Bürgermeister Markus Conrad mehr als 100 Gäste in der alten Mensa des JUWI-Gebäudes zum 41. Unternehmerforum begrüßen.

Die Anwesenden wurden nicht enttäuscht. Abwechslungsreiche Vorträge, Präsentationen und zuletzt die vom Restaurant juwitality gereichten Gaumenfreuden entschädigten für das entgangene Spiel.


41. Unternehmerforum

Hausherr und juwi-Vorstand Fred Jung ließ es sich nicht nehmen, die Gäste in der ehemaligen Mensa von juwi willkommen zu heißen. Die tiefgreifende Krise, die über juwi hereingebrochen war, stellte alle vor eine neue Situation, denn Juwi war es in der Vergangenheit gewohnt zu wachsen.

„Mit MVV Energie haben wir unseren Wunschpartner gefunden und Dank eines hervorragenden Krisenmanagements und einer einschneidenden Restrukturierung des Unternehmens sind wir wieder auf dem richtigen Weg. Man muss loslassen können und sich von Liebgewonnenem verabschieden“, reflektierte Fred Jung. Das Sanierungskonzept sah auch einen drastischen Stellenabbau vor, so dass heute weltweit 500 Menschen weniger für juwi arbeiten als zuvor.

Durch den Stellenabbau wurde ein Bürogebäude frei, das heute als „Businesspark juwi“ von dem Gebäude- und Projektmanagement borrmann & professionals vermarktet wird. „Das Gebäude ist zwischenzeitlich zu 60 % vermietet und demnächst wird die Firma REAL mit 80 Mitarbeitern einziehen“, so der Geschäftsführer Markus Borrmann, der den Gästen sein Tätigkeitsfeld näher brachte.

Ausschlaggebend für das große Interesse an den Büroräumen im Businesspark ist unter anderem die exponierte Lage mit einer TOP-Anbindung an die Autobahn. Das Gebäude produziere auch mehr Energie als es verbrauche! Die Nettomiete entspricht der Bruttomiete, sicherlich auch ein weiterer entscheidender Aspekt, der Zuspruch bei vielen Interessenten fand.

Daria Paluch stellte sich den Gästen als neue Klimaschutzmanagerin der Verbandsgemeinde Wörrstadt vor, und leitete damit zu Dr. Tobias Wolf von der Energieagentur Rheinland-Pfalz über, der die Unternehmerinnen und Unternehmer durch den Förderdschungel für Energieprojekte des Landes, des Bundes und auf europäischer Ebene führte.

Einen Überblick bietet die Präsentation "Fördermöglichkeiten für Unternehmen" .

„Über Rheinhessen, Weltenbummler und Mallorca-Rentner - die neue EU-Erbrechts-Verordnung“ war das Thema des Abends. Gastgeber Ulrich Feth, der mit seinem Notariat ebenfalls im Businesspark „wohnt“, gab in sehr unterhaltsamer Weise mit einem geschichtlichen Rückblick bis zu Napoleon einen kleinen Einblick in diese Verordnung.

„Dieses revolutionäre europäische Gesetzgebungsverfahren wurde bereits vor mehr als zwei Jahren auf europäischer Ebene verabschiedet und gilt erstmals für Erbfälle von Staatsangehörigen von Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft, die sich nach dem 17.08.2015 ereignen. Das interessante daran ist, dass es nicht nur künftig eine Art einheitlichen europäischen Erbschein geben wird, sondern dass der von jeher geltende eherne Grundsatz, wonach jeder nach dem Recht des Staates, dem er angehört, beerbt wird, aufgegeben wurde. Künftig gilt das Erbrecht des Staates, in der der EU-Bürger seinen letzten Wohnsitz / gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Gleichzeitig wurde erstmals die Möglichkeit geschaffen, für sein gesamtes Erbrecht durch Testament das Recht eines bestimmten Staates für den gesamten Nachlass zu wählen, was bisher nur eingeschränkt bzgl. Immobilien im Inland möglich war“, so Notar Feth in seinen Ausführungen.

Was sich in der Zusammenfassung recht EU-technokratisch-nüchtern anhöre, habe in der Praxis enorme Auswirkungen: „Der deutsche "Mallorca-Rentner", der seinen Lebensabend auf seiner Finca auf Mallorca verbringt, wird bei seinem Ableben auf Mallorca wie ein Spanier nach spanischem Erbrecht beerbt, und zwar auch hinsichtlich seiner Konten bei der Volksbank in Wörrstadt, so, als ob er immer Spanier gewesen sei. Und da diese Anknüpfung (oder Rechtswahl) das gesamte Erbstatut betrifft, können u.U. auch in Deutschland beurkundete Verträge mit Kindern im Zusammenhang mit einer Hof- oder Betriebsübergabe nachträglich hinsichtlich der erbrechtlichen Absicherungen unwirksam werden, wenn die Rechtsordnung, die letztlich eingreift, z.B. kein Pfichtteilsrecht in unserem Sinne kennt“, so Notar Feth.

Da diese Änderungen bisher weitestgehend von der Bevölkerung unbemerkt von statten gingen, gleich ob Privatmann oder Unternehmer, sei es für die Betroffenen sehr wichtig, sich rechtzeitig über die für ihn damit verbundenen Konsequenzen zu informieren.

Bürgermeister Markus Conrad wies am Ende auf anstehende Veranstaltungen der Verbandsgemeinde hin und dankte allen Anwesenden, insbesondere dem Gastgeber Ulrich Feth für die Ausrichtung des Forums in seinen Räumen.