Hilfsnavigation

Startseite         Adressen         Google Maps         Sitemap         Datenschutz         Impressum
Schrift:
Kontrast:
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz

Ein Erfolgsprojekt - Der Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt feiert sein zehnjähriges Bestehen

„Ei, dann schauen Sie einmal, wie wir das hinkriegen“, war die Antwort von Bürgermeister Markus Conrad und sozusagen der Gründungssatz für den Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt, kurz ESW genannt, nachdem der damalige Werkleiter Karl-Heinz Greb bei ihm mit dem Vorschlag vorstellig wurde, aufgrund von deutlich gestiegenen Stromkosten ein eigenes Windrad zu erwerben.

So wurde bereits 2010 im Eigenbetrieb Abwasser der neue Betriebszweig Energie gegründet, der wiederum im März 2012 zum Grundstein des ESW werden sollte.


ESW Jubiläum

Dass mit Gründung des ESW eine rasante Entwicklung eintrat, ahnte damals wohl noch keiner der Beteiligten, als erste Überlegungen angestellt wurden, eine Anstalt des öffentlichen Rechts zu gründen, um Maßnahmen auf dem Energiesektor zu bündeln, neue Einnahmen zu generieren und bei der seinerzeitigen Neuvergabe der Strom- und Gaskonzessionen gemeinsam stärker agieren zu können. Und es war darüber hinaus eine Herausforderung sondergleichen, solches Neuland zu betreten, sich mit allen Ortsgemeinden sowie der Verbandsgemeinde zu beraten und schließlich einen kommunalen Konzern mit verschiedenen Betriebszweigen zu schaffen, der allen beteiligten Ortsgemeinden und der VG gehört und das erwirtschaftete Vermögen nach Tilgung der Darlehen zum Nutzen und Wohle der Trägergemeinden einsetzt.

Und so wurde anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der erste von zehn Bäumen gepflanzt. In seiner Jubiläums-Ansprache verglich Vorstand David Schott den ESW mit einem Baum. Neben einem tiefen Wurzelwerk und einem starken Stamm, beide Standsicherheit gegenüber Umwelteinflüssen garantierend und vergleichbar mit der auf größtmögliche Sicherheit basierenden wirtschaftlichen Ausrichtung des ESW, ist die Krone von besonderer Bedeutung. Die Krone symbolisiere die Geschäftsfelder, an der Zahl fünf, die die Existenz des ESW sichern:

Im Betriebszweig Ausgleichsflächenmanagement hat es sich der ESW zur Aufgabe gemacht, Ausgleichsflächen innerhalb der Verbandsgemeinde Wörrstadt für bauliche Eingriffe in die Natur, die beispielsweise durch die Erschießung von Baugebieten verursacht werden, bereitzustellen. Bislang konnten 21 Bauprojekte mit den knapp 100 Grundstücken des ESW und einer aufwertbaren Gesamtfläche von ca. 45 Hektar ökologisch ausgeglichen werden.

Der Betriebszweig Erneuerbare Energien umfasst drei Photovoltaik-Anlagen (Freiwillige Feuerwehr Wörrstadt, Grundschule Wörrstadt sowie Kläranlage Saulheim) und eine Windenergieanlage in Gabsheim. Die drei Photovoltaik-Anlagen haben bislang 769.000 kWh Strom erzeugt und dabei einen Umsatz von 291.000 € eingebracht. Die Windenergieanlage erzeugte bislang 46.976.000 kWh Strom und generierte einen Gesamtumsatz von 5.109.000 €. Aus bilanzieller Sicht gesehen erzeugt die Anlage so viel Strom, dass der Strombedarf aller kommunalen Einrichtungen der Verbandsgemeinde sowie den Trägergemeinden damit abgedeckt sind. Ferner ist der ESW mit 50.000 € an der SOLIX ENERGIE aus Bürgerhand Rheinhessen e.G. beteiligt.

Der dritte Betriebszweig umfasst den Bereich der Nahwärmeversorgung. Seit der Inbetriebnahme des Blockheizkraftwerks (BHKW) im Hauptgebäude der Verbandsgemeindeverwaltung Wörrstadt im Jahr 2016, das auch das Technische Rathaus und die DRK-Rettungswache mit Wärme und Strom versorgt, sind im Jahr 2020 ein BHKW zur Versorgung der Grundschule in Schornsheim sowie ein BHKW in der Wiesbachtalhalle in Armsheim hinzugekommen. Bislang wurden 779.000 kWh Strom, 1.355.000 kWh Wärme und ein Umsatz von 336.000 € erzielt. Im Jahr 2021 ist der ESW Gesellschafter der Energie-Dienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH aus Nieder-Olm geworden, die u.a. als Betriebsführerin der BHKW fungiert.

Mit der Rekommunalisierung der Strom- und Gasnetze ist der vierte Betriebszweig geschaffen worden. Gemeinsam mit der EWR AG Worms wurde die Stromnetzgesellschaft Wörrstadt (ESW-Anteil 50 %) sowie mit der RWE AG Essen (heute Westenergie AG) die Gasnetzgesellschaft Wörrstadt (ESW-Anteil 51 %) gegründet. In diesen beiden Gesellschaften wird das Eigentum der gesamten Strom- und Gasnetze der Verbandsgemeinde verwaltet und die Entscheidungen hinsichtlich künftiger Investitionen getroffen. Die Gewinnausschüttungen betrugen seit Gründung der Gesellschaften bei der Stromnetzgesellschaft insgesamt 1.630.000 € sowie bei der Gasnetzgesellschaft 3.865.000 €.

Schließlich bildet die Straßenbeleuchtung den fünften Betriebszweig. Seit 2016 ist der ESW Eigentümer der Straßenbeleuchtungsanlagen der Ortsgemeinden, und konnte bis 2019 rund 3.000 Straßenleuchten mit modernen LED-Leuchtköpfen ausstatten. Für das Projekt, das zu 20% aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert wurde, haben alle Ortsgemeinden einen Contracting-Vertrag mit dem ESW geschlossen. Über 10 Jahre hinweg übermitteln die Trägergemeinden 75 % der Stromersparnis an den ESW zur Finanzierung der Maßnahme. Die restlichen 25 % sind direkte Einsparungen in den Haushalten der Gemeinden. Durch ein neues Beleuchtungskonzept mit einheitlichen Leuchten sowie einer Anpassung der Nachtabsenkung konnte eine Strom- und Co2-Einsparung von ca. 85 % bei gleichzeitig reduzierter Lichtverschmutzung und erhöhter Insektenfreundlichkeit erreicht werden. In Zahlen entspricht dies 774.000 kWh an Stromersparnis sowie 311.000 kg Co2-Einsparung.

Der Gesamtgewinn des ESW beträgt bislang 2.852.000 €. Hieraus sind allerdings noch die bestehenden Darlehen zu bedienen. Die Darlehenssumme hat sich zwischenzeitlich von 15.900.000 € auf 11.400.000 € reduziert.

Aus den bisherigen Überschüssen war es möglich, in allen Trägergemeinden eine E-Ladesäule zu errichten. Ferner konnte eine Entlastung der Ortsgemeinden in Höhe von 39.000 € pro Jahr durch die Übernahme der laufenden Kosten für Wartung und Instandhaltung der Straßenbeleuchtung realisiert werden. Auch gibt es in jeder Trägergemeinde einen WLAN-Hotspot, für den der ESW die Einrichtungs- und laufenden Verbindungskosten trägt. Eine jährliche Spende in Höhe von 1.000 € pro Jahr und Trägergemeinde zur Förderung von Projekten im gemeinnützigen, kulturellen, wissenschaftlichen oder sozialen Bereich rundet die Unterstützung der Trägergemeinden ab. Bislang betrug das Spendenaufkommen 48.300 €.

An neuen Herausforderungen mangelt es derweil nicht. Die erfolgreiche Umsetzung zukunftsweisender Projekte, namhaft die der „Kalten Nahwärme“ sowie das Pachtmodell für Photovoltaik-Maßnahmen für kommunale Liegenschaften gehören hierzu, die in enger Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen dem ESW, der Klimaschutzmanagerin Daria Paluch sowie dem Quartiersmanager Marcus Michel erfolgen werden.

Der ESW plant noch weitere Jubiläumsaktionen in diesem Jahr, so die Aktion „100 Blühende Gärten“, die diesmal auch auf die Kitas und Grundschulen in der VG Wörrstadt ausgeweitet werden, die Veranstaltung am 02.07.2022 in Sulzheim „ESW vor Ort: Natur erleben und verstehen“, die Teilnahme an der Rallye „Nachhaltige VG-Wörrstadt“ am 13.09.2022 mit dem Thema „Bezahlbare und saubere Energie“ sowie die anlässlich des Jubiläums anstehenden Pflanzungen von neun weiteren Jubiläumsbäumen. Weitere Details zu den Veranstaltungen werden frühzeitig im Nachrichtenblatt bekannt gegeben.

David Schott und Stefanie Wolf

Träger des ESW: Armsheim, Ensheim, Gabsheim, Gau-Weinheim, Partenheim, Saulheim, Schornsheim, Spiesheim, Sulzheim, Udenheim, Vendersheim, Wallertheim und VG Wörrstadt.