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Schiedsmann-Stab wurde weitergereicht

Hans Philipp Schmitt übernahm das Ehrenamt von Dr. Gunnar Krone

Bild vergrößern: Hans Philipp Schmitt ist neuer Schiedsmann
v.l. Bürgermeister Markus Conrad, Hans Philipp Schmitt und Dr. Gunnar Krone

Der Vorgänger brachte es auf den Punkt: „Es ist ein verantwortungsvolles und nicht immer einfaches Ehrenamt, zu dem sich eine Schiedsperson verpflichtet, aber es ist ein sehr erfüllendes.“ Dieses Amt, so wurde ihm von Bürgermeister Markus Conrad bestätigt, hatte Dr. Gunnar Krone in den vergangenen 10 Jahren mit Bravour gemeistert. „Sie haben immer nach der Maxime ‚Schlichten ist besser als Richten‘ gehandelt und waren dabei ziemlich erfolgreich. Das ist nicht selbstverständlich und dafür sind wir Ihnen sehr dankbar.“

Im Durchschnitt waren es etwa 12 Fälle pro Jahr, mit denen der Wörrstädter und sein Stellvertreter Norbert Becker aus Saulheim befasst waren. Etwa die Hälfte konnten sie erfolgreich regeln und damit die jeweils zerstrittenen Parteien, die zu einer Streitschlichtung gekommen und bereit waren, miteinander versöhnen. „Ich habe dieses Ehrenamt immer mit sehr viel Freude und als Jurist auch mit Sachverstand ausgeübt“, so Dr. Krone, „freue mich jetzt aber darauf, meinen schon vor Jahren angetretenen Ruhestand noch ausgiebiger genießen zu können.“

Mit Hans Philipp Schmitt, seit 2004 Ortsbürgermeister von Spiesheim und bereits in zahlreichen Vereins- und Ehrenämtern sehr erfahren, konnte die Verbandsgemeinde Wörrstadt Mitte November einen würdigen Nachfolger für das Schiedsamt finden, der sich seiner Verantwortung bewusst ist. „Als Schiedsmann stehe ich allen Bürgerinnen und Bürgern der VG Wörrstadt zur Verfügung, die sich von einem Vermittler Hilfe erhoffen“, betont Schmitt. „Ich werde versuchen, mit gesundem Menschenverstand an die Dinge heranzugehen, was den Betroffenen bei verhärteten Fronten kaum mehr möglich ist. Eine neutrale Unterstützung kann dann hoffentlich helfen.“

Leider sei das Schiedsamt, so seine Wahrnehmung, in der Öffentlichkeit gar nicht so bekannt. „Vielleicht habe ich als Ortsbürgermeister die Chance, das zu verbessern.“ Grundsätzlich ist ein Schlichtungsversuch durch Einbeziehung einer Schiedsperson bei allen bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten sinnvoll und auch möglich. Dabei handelt es sich meist um nachbarschaftliche Probleme, wie z.B. die zu hohe Hecke an der Grundstücksgrenze, sowie um Schadensersatz- oder Schmerzensgeldforderungen und ähnliches. „Für bestimmte zivilrechtliche Streitigkeiten“, ergänzt Dr. Krone, „wie zum Beispiel Hausfriedensbruch, Beleidigungen, Bedrohungen oder Körperverletzungen wird seit 2008 vom Gesetzgeber sogar zwingend vorgeschrieben, zunächst ein Schiedsverfahren durchzuführen. Schiedsleute können somit auch die Gerichte entlasten.“

Ob es Hans Philipp Schmitt gleich bei seinem „ersten Fall“, einem bereits laufenden Schlichtungsverfahren, zusammen mit Norbert Beckert gelingen wird, zu einer Lösung zu kommen, darauf ist der neue Schiedsmann jedenfalls schon sehr gespannt.

Wer sich an den Schiedsmann wenden möchte, kann in der VG-Verwaltung bei Nicola Kayser einen Termin vereinbaren.