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Wieder vermehrte Schockanrufe in unserer Region

Straftaten zum Nachteil älterer Menschen wie der Enkeltrick oder Schockanrufe sind bereits seit Jahren ein weit verbreitetes Problem. Gerade in den vergangenen Wochen häufen sie sich auch in unserer Region, wobei sich die Betrüger durch eine ausgeklügelte emotionale Erpressung hohe Bargeldsummen und Wertsachen erschleichen. Deshalb ist es wichtig, Aufmerksamkeit dafür herzustellen: Seniorinnen und Senioren (aber auch alle anderen) müssen wissen, welche Betrugsmaschen es gibt und wie sie sich schützen können.

Die Täter nutzen ein psychologisch ausgeklügeltes Drehbuch. Zuerst meldet sich eine weinende Stimme, die sich als in Not geratener Angehöriger ausgibt. Ein angeblicher Unfall mit Todesfolge wird geschildert. Dann übernimmt ein vermeintlicher Beamter, der die Geschichte bestätigt und unter enormem Zeitdruck die Zahlung einer „Kaution“ fordert. Die Opfer werden oft stundenlang am Telefon gehalten, um jeden Kontakt zur Außenwelt und jedes kritische Nachdenken zu unterbinden. Die emotionale Schockstarre macht es besonders Senioren schwer, die Lüge zu durchschauen. Experten warnen vor dem Voice Closing, wobei mithilfe der künstlichen Intelligenz mit Audiomaterial aus Sozialen Medien in Sekundenschnelle die Stimmen der Betrüger täuschend echt nachgeahmt werden können.

Inzwischen nutzen die Täter auch Messenger Dienste, wie beispielsweise WhatsApp, um ihre Opfer im Namen zum Beispiel von Töchtern, Söhnen oder Enkeln zu Geldüberweisungen zu bewegen. Dabei suchen die Betrüger häufig mit Nachrichten wie „Hallo Mama, hallo Papa, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Handynummer…" den Einstieg in den Chat. Aber auch der inzwischen recht bekannte Enkeltrick kursiert aktuell wieder vermehrt in unserer Region.

Um sich im Alltag besser zu schützen, sollte man die nachfolgenden Hinweise der Polizeiberatung beachten.

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen bekannten Telefonnummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahestehenden Personen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen, auch nicht an die Polizei.
  • Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Rufnummer 110.
  • Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird am Tel H. Schmidt) oder lassen Sie den Vornamen im Telefonbucheintrag entfernen.