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Renaturierung des Partenheimer Baches
Einweihung Renaturierung Mühlbach_2009

„Auf zu neuen Ufern“ hieß es am 10.10.2002 für den Partenheimer Bach. Damals fand der Spatenstich für den 1. Bauabschnitt zur Renaturierung des 3,1 Kilometer langen Bachabschnitts statt. Die Verbandsgemeinde Wörrstadt als Bauherr des Projekts hatte in den vorangegangenen Jahren ca. 20 Hektar Flächen erworben. Damit war es möglich, Uferrandstreifen von 30 bis 100 Meter Breite anzulegen und genügend Flächen für die Anlage von hochwasserwirksamen Flutmulden bereitzustellen.

Die Renaturierung des Partenheimer Bachs basiert auf den Empfehlungen des im Jahr 1992 aufgestellten Gewässerpflegeplans. Seit den 60er Jahren traten vermehrt Erosions- und Hochwasserschäden auf. Stellenweise hat sich der Partenheimer Bach bis zu 3,00 m tief in die Aue eingegraben. Durch das starke Gefälle – 80 Höhenmeter auf 3900 m Länge – ist bei Nichteingreifen von weiteren Erosionschäden auszugehen. Der Bach konnte nur mit gezielter Hilfe aus seinem tiefen Bett geholt werden. Das Gebiet ist besonders gut für eine Renaturierung geeignet, da durch die natürliche Talmulde keine Gefährdung für angrenzende landwirtschaftliche Nutzflächen besteht. Außerdem birgt das Gebiet natürliches Potential, wie z.B. Schilfinseln, typische Auegehölze und Streuobst im angrenzenden Bereich. In der Vernetzten Biotopsystemplanung (VBS) ist der Partenheimer Bach als Zielgebiet für die Entwicklung von Biotopen vorgesehen.

Inzwischen sind die Erd- und Pflanzarbeiten des 1. Bauabschnitts abgeschlossen. Neun Kleingewässer und ein neues Bachbett über eine Strecke von 1,5 Kilometern wurden angelegt. Auch ohne technische Bauwerke wurde ein Retentionsvolumen von ca. 3.800 m³ geschaffen. Die Pflanzungen erfolgten im Frühjahr 2003: Weiden, Erlen und Obstbäume, ergänzt mit standorttypischen Sträuchern, bilden die Initialbegrünung. Wasserpflanzen werden vor allem durch Wasservögel eingeschleppt.


Seit der Einweihung des 1. Bauabschnitts am 21.05.2003 geben zwei Informationstafeln Auskunft über den Hochwasserschutz und die Bedeutung der Bachaue als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Dank der Fördermittel des Landes im Rahmen der Aktion Blau belaufen sich die Gesamtkosten der Renaturierung für die Verbandsgemeinde Wörrstadt auf ca. 120.000 €. 60 % davon entfielen auf den Grunderwerb, 40 % auf Gestaltungsmaßnahmen. Für den 1. Bauabschnitt lag der Anteil der Verbandsgemeinde Wörrstadt bei ca. 30.000 €.

Die neuen Gewässer leisten nicht nur einen Beitrag zum Hochwasserschutz, sondern dienen auch dem Arten- und Biotopschutz sowie der Naherholung. Umso erfreulicher ist die Fertigstellung des parallel zum Partenheimer Bach verlaufenden Rad- und Wirtschaftsweg durch die Ortsgemeinde Partenheim im Sommer 2002. Durch den Ausbau des Feldwegs auf einer Länge von etwa 700 m existiert nun eine durchgängig befestigte Verbindung bis ins Selztal. Dank der Förderungen des Landesbetriebs Straßen und Verkehr und des Kulturamts Worms mussten nur ca. 15.000 € eigenfinanziert werden. 

Anlass und Ziele der Renaturierung:

  • eine Verbesserung des Landschaftsbilds und die Wiederbelebung der Aue durch das „Freilassen“ des Bachs aus seinem engem und tiefem Bett,
  • die Schaffung von Retentionsraum zur Rückhaltung von Hochwasser (ca. 3.800 m³),
  • die Verhinderung weiterer Erosionsschäden,
  • der Arten- und Biotopschutz durch Schaffung natürlicher Strukturen, Entwicklung von Feuchtbiotopen und Verbesserung der Gewässergüte,
  • die Schaffung eines attraktiven Gebiets für Naherholungssuchende.

    Kooperationspartner:
  • Landwirte und Grundstückseigentümer vor Ort, die durch ihre Bereitschaft zum Flächentausch oder –verkauf maßgeblich an der Realisierung des Projekts beteiligt waren.
  • Das Umweltministerium ermöglichte die Renaturierung durch die Bereitstellung von Fördermitteln für den Flächenerwerb und die Umsetzung.
  • Die Abstimmung der Planung zwischen den verschiedenen Interessen – Wasserwirtschaft, Landespflege und Landwirtschaft – erfolgte durch die intensive Kooperation mit der SGD Süd, Regionalstelle Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Bodenschutz (Mainz), der Landwirtschaftskammer (Alzey) und der Kreisverwaltung Alzey-Worms.
  • Das DLR Bad Kreuznach koordinierte das umfangreiche Verfahren zum Freiwilligen Landtausch.
  • Beteiligte Firmen: Planungsbüro renatur, Saulheim, Firma Martin Meyer, Weinsheim (Erdbauarbeiten), Firma Bernhard Breswald, Saulheim (Pflanzung und Ingenieurbiologie).

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