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1995 wurde das Kleinspielfeld bei der Grundschule Wörrstadt eingeweiht.
Seitdem klagt ein Nachbar über angeblich unerträglichen Lärm von Jugendlichen. Aber dies nicht genug, auch abendliche Jogger störten ihn und er meinte, auch gegen größere Gäste in Grundschulklassen vorgehen zu müssen. Obwohl dies von Seiten der Verbandsgemeinde in diesem Ausmaß angezweifelt wurde – Kontrollen durch Politessen, Hausmeister und andere Bedienstete der Verwaltung zu allen Tageszeiten verliefen jeweils negativ – zeigte Bürgermeister Seebald in zwei Güteterminen, zuletzt im Mai 2000, Entgegenkommen.
Zäune wurden erhöht, neue Zäune gebaut, Hinweisschilder aufgestellt, Vereine, die das Schulgelände nutzen, wurden angeschrieben. Alles nicht genug. Die Verbandsgemeinde, so der Nachbar, müsse ihm schriftlich geben, dass das Gelände ausschließlich während bestimmter Zeiten durch Grundschüler genutzt werde. Sonst habe dort niemand etwas verloren.
Nunmehr war aber auch für die Verbandsgemeinde das Ende der Kompromissbereitschaft erreicht. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht erfolgte postwendend. Schon zu Beginn des Prozesses machte der vorsitzende Richter dem Kläger deutlich, worum es hier nur gehen könne, nämlich um Lärmbelästigung. Keinerlei Einfluss könne dieser darauf nehmen, wen Schule oder Verbandsgemeinde außerhalb der Ruhezeiten das Spielfeld nutzen ließen.
Trotz der Beteuerungen, dass es ihm auch ausschließlich hierum ginge, wusste der Kläger keine Antwort auf die Frage, was ihm denn dann am abendlichen einsamen Jogger störe und tappte anschließend sogleich in die Falle. Auf die Frage des Richters, was er denn gegen ruhige und friedliche Menschen tun würde, die auf dem Spielfeld gegen den Fluglärm protestierten, kam es wie aus der Pistole geschossen: „Ich würde sofort den Bürgermeister informieren, die haben dort nichts verloren“.
Da stellte sich offensichtlich auch für das Gericht die Frage, ob es hier tatsächlich um Lärmbelästigung oder ums Prinzip gehe.
Dennoch wurde kurzerhand noch mit den Parteien für den gleichen Tag ein Ortstermin anberaumt, der dann wohl endgültig den Ausschlag gab. Der Kläger konnte nicht deutlich machen, weshalb denn Jugendliche sich die Mühe machen sollten, die Basketballkörbe über Zäune und Tore zu erreichen, wenn ein Spielfeld am Schulzentrum offen zu erreichen sei. Auch, so die Richter, seien lediglich zwei Fälle im Jahr 2001 nachgewiesen, einer davon mit Bildern von gerade einmal zwei Jugendlichen.
Aus seiner reichhaltigen Erfahrung bezweifelte das Gericht gar, ob bei dauerhaften Lärmmessungen am Gebäude des Klägers die zulässigen Werte überhaupt überschritten würden.
Und was die Beschilderung betrifft, so das Gericht, sei die Verbandsgemeinde gar wesentlich weiter gegangen, als sie müsse. Die zeitliche Beschränkung in der Baugenehmigung betreffe nämlich keineswegs das gesamte Gelände, sondern lediglich das Spielfeld.
Fazit: Die Klage wurde abgewiesen.
Bürgermeister Seebald hatte sich zuvor nochmals kompromissbereit gezeigt. Zwei Tore erhalten statt Türklinken nun Knäufe und können damit auch, wenn das Abschließen vergessen wurde, nicht von außen geöffnet wurden.
Damit müsse es aber endgültig genug sein und er hoffe, dass die Schule nun wieder in Ruhe arbeiten könne, so Seebald.
Ob dies so sein wird, darf bezweifelt werden. Unter lautstarken Beschimpfungen gegen den Bürgermeister wurde seitens des Klägers auch gleich die Berufung angekündigt: „Die Rechtsschutzversicherung zahlt ja“.