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Niederschrift

über die Sitzung des Werksausschusses für den Eigenbetrieb „Abwasser“ der Verbandsgemeinde Wörrstadt am Dienstag, 30. Mai 2006 um 19:00 Uhr

TOP 2 – Beratung und Beschlussfassung über den Bauauftrag zur Herstellung des Kanalstauraumes im Bereich der Jupitersteige in Wörrstadt (endgültiger Beschluss)
Die Beschlussvorlage der Verwaltung ist Bestandteil der Originalniederschrift. Einstimmig wurde beschlossen, Herrn Hofmann als Vertreter der Ingenieur-gesellschaft Weiland gemäß § 35 (2) GemO als Sachverständigen zu diesem Tagesordnungspunkt zu hören. Die Maßnahme war öffentlich ausgeschrieben. Zur Angebotsöffnung lagen 8 Angebote vor. Die Angebotsspanne  (ohne Nebenangebote) reichte von 261.481,67 € bis 344.707,22 €. Das wirtschaftlichste Angebot gemäß § 25 Absatz 3 VOB/A hat die Firma Knebel, Bingen, vorgelegt. Unter Berücksichtigung der Nebenangebote 1 + 2 biete die Firma Knebel die Leistung für insgesamt pauschal 232.404,77 € an. Die Wertung der Angebote hat die Ingenieurgesellschaft Weiland vorgenommen. Diese schlägt vor, den Auftrag an die Firma Knebel zu erteilen. Einstimmig wurde beschlossen, der Firma Knebel, Bingen, gemäß Nebenangebote 1 und 2 den Auftrag zum Pauschalangebotspreis von 232.401,77 € zu erteilen.

TOP 3 – Beratung und Beschlussfassung über das Sanierungsprogramm Altkanäle 2006
Die Beschlussvorlage der Verwaltung ist Bestandteil der Originalniederschrift. Einstimmig wurde beschlossen, Herrn Müller als Vertreter der Ingenieurgesellschaft igr gemäß § 35 (2) GemO als Sachverständigen zu diesem Tagesordnungspunkt zu hören. In der Sitzung des Werkausschusses am 04.04.2006 hatte Herr Müller bereits über erste Ergebnisse aus den Kanaluntersuchungen Gabsheim, Spiesheim und Saulheim informiert. Heute soll er anhand von Kartenmaterial den Umfang und die Art der festgestellten Schäden darstellen und anschließend einen Vorschlag zur Sanierung vorstellen. Die Inspektion der Kanäle fand im August 2005 statt. Anschließend erfolgte die Auswertung und die Schadensbewertung. Darauf aufbauend dann die Erarbeitung des Sanierungskonzeptes und die Kostenschätzung. Im wesentlichen wurden Schadensarten wie Fremdwassereintritt, fehlerhafte bzw. undichte Zuläufe, mangelhafte bzw. undichte Muffen, Hindernisse in Form von Ablagerungen, Risse in der Kanalwandung und Korrosion festgestellt.

 

Gabsheim
In der Ortsgemeinde Gabsheim wurden ca. 3.100 m Kanal untersucht. Die Schäden verteilen sich auf die jeweiligen Schadensklassen wie folgt:
Schadensklasse 1              38,10 %

Schadensklasse 2                6,20 %

Schadensklasse 3              46,30 %

Schadensklasse 4                 9,40 %

Schadensklasse 5                 0,00 %

 

Anhand von Katasterkarten zeigte Herr Müller auf, wie sich diese Schäden auf die einzelnen Straßen in Gabsheim verteilen. Dabei waren die einzelnen Schadensklassen farblich hervorgehoben. So wurden bspw. an 20 Stellen der Kanalisation der Eintritt von Fremdwasser festgestellt. Ausschussmitglied Herr Becker fragte, warum der Eintritt von Fremdwasser so schlimm sei. Hierzu erklärte Herr Müller, dass infolge des Fremdwassereintrittes mehr Wasser zur Kläranlage geleitet und dort Kosten verursache. Herr Hasselberg ergänzte, dass sich zwischen Gabsheim und der Kläranlage ein Pumpwerk befände. Auch dort würden durch das Fremdwasser höhere Kosten anfallen. Über die Menge des Fremdwasserzuflusses führte Herr Müller aus, dass es sich hierbei nicht um starke Zuflüsse handele, teilweise seien auch nur Tropfen erkennbar. Ausschussmitglied Herr Wolf wollte wissen, um welche weiteren Schäden es sich handeln würde und ob diese evtl. auf schlechte Bauausführung zurück zu führen seien Herr Müller teilte mit, dass es sich im wesentlichen um nicht fachgerecht hergestellte Anschlüsse und teilweise undichte Muffen handele. Eine schlechte Bauausführung müsse dabei nicht unbedingt Ursache sein. Die Art der Herstellung sei damals eine andere gewesen. Auf Nachfrage von Ausschussmitglied Herrn Becker teilte Herr Stein mit, dass die Möglichkeit der Kontrolle der Bauausführung heute eine andere sei als früher. Unabhängig von der Tätigkeit der Bauleitung während der Bauausführung erfolgt nach Abschluss der Bauarbeiten eine Befahrung der Kanalleitung und der Hausanschlüsse mittels einer Kanalkamera. Nach Abschluss der Gewährleistung wird diese Befahrung wiederholt. Früher standen diese technischen Möglichkeiten nicht zur Verfügung. Ausschussmitglied Herr Baasch fragte, wie dauerhaft die Sanierung bei Fremdwasserzuflüssen sei. Dies auch unter Berücksichtigung dessen, dass die Rohrleitungen gerade im Bereich von Bachläufen geringen Bodenbewegungen ausgesetzt sein können. Herr Müller erklärte hierzu, dass es darauf ankomme, welches Sanierungsverfahren zur Anwendung kommt. In solchen Fällen greife man auf elastische Materialien zurück. Nach Ablauf der Gewährleistung (5 Jahre) erfolgt eine Nachkontrolle.

Spiesheim
In der Ortsgemeinde Spiesheim wurden ca. 5.800 m Kanal untersucht. Die Schäden verteilen sich auf die jeweiligen Schadensklassen wie folgt:

Schadensklasse 1              56,50 %

Schadensklasse 2              10,90 %

Schadensklasse 3              18,70 %

Schadensklasse 4              12,90 %

Schadensklasse 5                1,00 %

Anhand von Katasterkarten zeigte Herr Müller auf, wie sich diese Schäden auf die einzelnen Straßen in Spiesheim verteilen. Dabei waren die einzelnen Schadensklassen farblich hervorgehoben. So wurden bspw. an 9 Stellen der Kanalisation der Eintritt von Fremdwasser festgestellt.

Saulheim
Im Jahr 1993 wurde die komplette Ortslage Saulheim mittels Kanalkamera untersucht. Entsprechend dem damals erstelltem Sanierungskonzept wurden Sanierungen in der Kanalisation vorgenommen. Anhand von Kartenmaterial zeigte Herr Müller auf, um welche Kanalleitungen sich es sich dabei handelt und in welchen Straßen sich diese befinden. Ein Teil der damals untersuchten aber damals noch nicht sanierungsbedürftigen Rohrleitungen wurde diesmal erneut befahren. Die dabei festgestellten Schäden verteilen sich auf die jeweiligen Schadensklassen wie folgt:

Schadensklasse 1              13,30 %

Schadensklasse 2                5,30 %

Schadensklasse 3              30,60 %

Schadensklasse 4              41,40 %

Schadensklasse 5                 9,40 %

Mittels Katasterkarten zeigte Herr Müller auf, wie sich diese Schäden auf die einzelnen Straßen in Saulheim verteilen. Dabei waren die einzelnen Schadensklassen farblich hervorgehoben. So wurden bspw. an 18 Stellen der Kanalisation der Eintritt von Fremdwasser festgestellt.

Kosten:
Hinsichtlich der zu erwartenden Kosten lagen den Ausschussmitgliedern entsprechende Kostenschätzungen vor.

Gabsheim

Sanierungskosten Gesamt                        =                           68.000,- €

Anteil Reparatur durch Roboter                        =                        49.000,- €

Anteil Erneuerung durch Inliner                        =                        19.000,- €

Konzept:

Zwingend notwendige Kosten                        =                        39.000,- €

Restliche Kosten                        =                        29.000,- €

In den restlichen Kosten ist eine Haltung Inlinersanierung enthalten. Diese Kosten belaufen sich auf rund 9.000,- €. Im Zuge der Sanierung sollte diese Haltung mitsaniert werden.  Somit erhöht sich der Anteil der notwendigen Kosten auf 48.000,- €,  und die restlichen Kosten reduzieren sich auf  20.000,- €. In der Gesamtsanierung aller 3 Ortslagen stellt die Restsumme von 20.000,- € einen relativ kleinen Anteil dar und sollten ebenfalls investiert werden, um die Sanierung in Gabsheim komplett durchführen zu können.

Spiesheim

Sanierungskosten Gesamt                        =                           133.000,- €

Anteil Reparatur durch Roboter                        =                        112.000,- €

Anteil Erneuerung durch Inliner                        =                        21.000,- €

Konzept:

Zwingend notwendige Kosten                        =                        62.000,- €

Restliche Kosten                        =                        71.000,- €

In den restlichen Kosten ist eine Haltung Inlinersanierung enthalten. Diese Kosten belaufen sich auf rund 14.000,- €. Im Zuge der Sanierung sollte diese Haltung mitsaniert werden. Somit erhöht sich der Anteil der notwendigen Kosten auf 76.000,- €,  und die restlichen Kosten reduzieren sich auf 57.000,- €.

Saulheim 

Sanierungskosten Gesamt                        =                           384.000,- €

Anteil Reparatur durch Roboter                        =                        184.000,- €

Anteil Erneuerung durch Inliner                        =                        200.000,- €

Konzept:

Zwingend notwendige Kosten                        =                        260.000,- €

Restliche Kosten                        =                        124.000,- €

In den restlichen Kosten sind zwei Haltung Inlinersanierung enthalten. Diese Kosten belaufen sich auf rund 20.000,- €. Im Zuge der Sanierung sollten diese Haltungen mitsaniert werden.  Somit erhöht sich der Anteil der notwendigen Kosten auf  280.000,- €,  und die restlichen Kosten reduzieren sich auf 104.000,- €.  Die Sanierungskosten für alle drei Ortsgemeinden betragen somit insgesamt 585.000 € (68.000 + 133.000 + 384.000). 

Einstimmig wurden beschlossen folgende Sanierungsarbeiten durchzuführen

Gabsheim gesamt                                                           68.000,- €

Spiesheim

zwingend notwenige Sanierung                                                      62.000,- €

zzgl. einer Haltung Inliner aus restlichen Kosten              14.000,- €

Summe Spiesheim                                                                 76.000,- €

Saulheim

zwingend notwendige Sanierung                                                      260.000,- €

zzgl. zwei Haltung Inliner aus restlichen Kosten              20.000,- €

Summe Saulheim                                                        280.000,- €

Summe der durchzuführenden Sanierungen                                                  424.000,- €  Netto Gesamt

Finanzierung
Die Herstellungskosten für den Einbau von Inliner werden über den Vermögenshaushalt aus dem Ansatz für Kanalerneuerungen gedeckt. Die Kosten für Robotersanierung sind über den Erfolgsplan zu finanzieren. Hierfür stehen noch ca. 118.000 € an Rückstellungen aus dem Jahr 2004 zur Verfügung. Im Zuge des Jahresabschluss 2005 ist beabsichtigt, eine Rückstellung in Höhe von rd. 150.000 € zu bilden. Soweit noch Restmittel erforderlich sind, müssen diese in den Jahren 2006 und evtl. 2007 zur Verfügung gestellt werden.

Einstimmig wurden der Sanierung der Altkanäle in den Ortsgemeinden Gabsheim, Spiesheim und Saulheim mit einem geschätzten Kostenaufwand von 424.000 € netto zugestimmt. Die Maßnahme ist über 2 Jahr zu verteilen.

TOP 4 – Beratung und Beschlussfassung über die Herstellung der Abwasseranlagen im Neubaugebiet „Niederborn“, Erweiterung (endgültiger Beschluss)
Die Beschlussvorlage der Verwaltung ist Bestandteil der Originalniederschrift. Bei einer Stimmenthaltung wurde der Herstellung der Abwasseranlagen im Neubaugebiet „Niederborn“ Erweiterung in der Ortsgemeinde Wörrstadt zugestimmt. Gleichzeitig wird der außerplanmäßigen Ausgabe im Vermögensplan 2006 zugestimmt. Die Deckung erfolgt im Rahmen des § 17 Absatz 5 Eigenbetriebs- und Anstaltsverordnung (EigAnVO) durch Einsparungen innerhalb derselben Anlagegruppe. In diesem Zusammenhang wies Herr Stein auf die vorgesehene Neukalkulation der einmaligen Beiträge hin. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mittelrheinische Treuhand habe einen entsprechenden Auftrag erhalten. Sobald die entsprechenden Zahlen vorliegen, erfolgt eine Beratung im Werkausschuss.

TOP 5 – Mitteilungen und Anfragen
Mitteilungen wurden keine gegeben, Anfragen lagen keine vor.

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