Hilfsnavigation

Startseite         Adressen         Google Maps         Sitemap         Impressum
Schrift:
Kontrast:


Guten Abend meine Damen und Herren,

ich möchte Ihnen heute Abend von unserer Familie und der Entwicklung unseres Weingutes erzählen.

Externer Link: Weingut und Pension JansonWir bewirtschaften in Vendersheim ein Weingut mit Selbstvermarktung und betreiben eine Strausswirtschaft und ein Gästehaus. Mein Name ist Wolfgang Janson, 55 Jahre alt, verheiratet mit Jutta Janson. Wir haben eine Tochter und einen Sohn und mittlerweile zwei Enkel.

Ich wurde 1950 als Sohn einer damals typischen Bauernfamilie in Wolfsheim geboren. Meine Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Ackerbau, Futterbau, Kühen, Schweinen und einem Pferd. Nach 8 Jahren Besuch der Dorfschule habe ich dann eine 3 jährige Ausbildung als Landwirt gemacht. Danach ging ich 2 Jahre nach Bad Kreuznach in die Weinbauschule und Landwirtschaftschule mit dem Abschluss als Wirtschafter. Anschließend habe ich die Meisterprüfung als Landwirt abgelegt.

Unser Betrieb ist dann schrittweise umstrukturiert worden. Kühe raus, Mastschweine rein. Ackerland zupachten, Weinberge zupachten. Ich habe mit 21 Jahren begonnen, einen eigenen Betrieb aufzubauen. Kauf eines Rübenroders, Lohnarbeiten für Berufskollegen, mit Mähdrusch und Rübenroden. Mit dem Weinjahrgang 1973 haben wir unsere ersten Weine abgefüllt und mit der Selbstvermarktung begonnen. 1974 haben Jutta und ich geheiratet und sind nach Vendersheim gezogen.

Der Betrieb meiner Schwiegereltern war ähnlich strukturiert. In den nächsten Jahren wurden unsere Kinder geboren, wir haben ein neues Wohnhaus gebaut und unseren Betrieb weiterentwickelt über Zukauf und Pacht von Flächen.

1990 kam eine starke Veränderung: Unser Flaschenweinabsatz lief gut, wir brauchten eine größere Weinstube. Ab und zu wollten Weinkunden auch mal übernachten. Also bauten wir ein Gästehaus und eine neue Weinstube. 1991 wurde dieses Gebäude mit einem Hoffest der Öffentlichkeit vorgestellt und eröffnet. Seit dieser Zeit haben wir vier Monate im Jahr unsere Straußwirtschaft geöffnet. Wir bieten 70 Sitzplätze, tolle Weine und Rheinhessische Spezialitäten zum Verzehr.

Das Gästehaus hat 5 Doppelzimmer und eine Ferienwohnung mit 4 Betten. Bei uns können insgesamt 14 Gäste übernachten. Wir haben gemerkt, dass unsere Übernachtungsgäste und Weinkunden die Zeit der geöffnete Straußwirtschaft interessant finden. Unser Sohn Oliver hat seine Ausbildung als Winzer in 3-jähriger Fremdlehre absolviert, die Fachschule besucht und dann seinen Weinbautechniker gemacht. Danach haben wir ihn als Teilhaber einer GbR in den Betrieb geholt.

Der Getreidebau und Zuckerrübenanbau wurde im Jahr 2000 aufgegeben. Heute widmen wir uns ganz dem Weinbau und der Selbstvermarktung. Wir besuchen mit eigenem Weinstand im Jahr 6 Weinfeste, 2 Weinmessen in Deutschland sowie eine Weinmesse in Frankreich. Unser Hoffest im Juli ist ein fester Termin in unserem Kalender.

Heute bewirtschaften wir in Vendersheim und Wolfsheim 18 ha. Weinberge mit Flaschenwein und Fassweinvermarktung. Der Außenbetrieb wird von Oliver und mir mit zwei geländegängigen Opas gemanagt.Für die Traubenlese mit dem Vollernter ist Opa Wolfgang zuständig, oft begleitet von seinem Enkel Lucas. Oliver ist der Kellermeister, der eigenverantwortlich aus Top-Trauben ­Top-Weine macht. Maischegärung bei den Rotweinen, Holzfasslagerung und Barriqeausbau bei den Rotweinen ist obligatorisch. Bei den Weißweinen betreiben wir gezügelte Gärung durch Kühlung um die Primäraromen, sowie die Fruchtigkeit der Weine zu erhalten. Seit dem letzen Jahr sind wir aus Gründen der Qualitätssicherung auch zum Abfüllen im eigenen Betrieb übergegangen. Die Erhaltung der Gärungskohlensäure ist uns wichtig.  Die Auslieferung der Weine und den Vertrieb darf ich zum größten Teil noch selbst machen.Die Seele des Gästehauses ist meine Frau Jutta, berühmt durch ihr Winzerfrühstück, dieunsere Kunden und Gäste betreut, die das Weinparadies Rheinhessen erleben wollen. Die letzten Jahre hatten wir zwischen 1.100 und1.300 Übernachtungen auf dem Hof.

Ich engagiere mich seit Jahren auch in einigen Ehrenämtern. Bauern und Winzerverband, Landwirtschaftskammer, Sozialversicherung, Kommunalpolitik und Hagelversicherung um nur einige zu nennen. Ein Herzenswunsch und absolutes Muss ist für mich die Förderung unserer touristischen Strukturen in der wunderschönen Kulturlandschaft. Ein wichtiger Wirtschaftszweig für Winzer, Landwirte, Gästehäuser, Hotels und Gaststätten wird in  Zukunft der Tourismus sein.

Hier müssen wir Infrastruktur und Dorfentwicklung fördern, Erlebnisse schaffen, gemeinsame Angebote auch mit anderen Werbegemeinschaften erstellen. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mit der beispielhaften Entwicklung unseres Betriebes in den letzten 30 Jahren der gewaltige Strukturwandel in der Landwirtschaft und im Weinbau sichtbar wurde. Dieser Strukturwandel ist noch lange nicht am Ende angelangt.

Auch in Zukunft müssen unsere Betriebe nach Nischen in der Produktion suchen. Sei es Selbstvermarktung von Wein und anderen landwirtschaftlichen Produkten nachwachsende Rohstoffe, Biogas oder Energiewirtschaft. Auch die Kommunalpolitik ist gefordert, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Betrieben eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. Eine bessere, billigere und umweltschonendere Landschaftspflege kann es nicht geben.

Das Weingut in Bildern

Autor: Wolfgang Janson 
Quelle: Weingut Janson, Vendersheim