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„Runder Tisch“ zum Thema Schülerbeförderung


  Ende Juni kamen in der Verbandsgemeindeverwaltung  
  auf Einladung von Bürgermeister Markus Conrad erneut 
  Vertreter der Wörrstädter Schulen, der Schulelternbeiräte, 
  der ORN, der Kreisverwaltung, des Landesbetriebs 
  Straßen und Verkehr sowie der Polizei zusammen, um
  gemeinsam Probleme bei der Schülerbeförderung zu
  erörtern.

  Zunächst wurde von den Elternvertretern moniert, dass 
  der Gau-Odernheimer Bus immer überfüllt sei und die 
  ORN einen größeren Gelenkbus einsetzen solle. ORN-
  Betriebsleiter Spies wies auf die vorliegenden
  Schülerzahlen hin, die seiner Ansicht nach den Einsatz 
  eines Gelenkbusses nicht erforderlich machten. Auf den Hinweis, der Busfahrer fahre immer zu früh los und gerade die kleineren Schüler würden dadurch oft hinfallen, sagte Spies ein entsprechendes Gespräch mit dem Busfahrer zu.

Die Busbegleiter fragten an, weshalb der nach der 8. Stunde fahrende Biebelnheimer Bus immer über eine Stunde unterwegs sei und alle Dörfer anfahre. Spies erläuterte, dass alle Ortschaften angefahren werden müssten, weil dies ein öffentlicher Bus sei mit einem Aushangfahrplan. Bei Einführung der Ganztagsschule im neuen Schuljahr, informierte der Betriebsleiter, werde dieser „Achte-Stunden-Bus“ nicht mehr um 15.15 Uhr abfahren können, sondern erst um 16.15 Uhr. Um eine einstündige Wartezeit zu vermeiden, könnte die Schulleitung, schlug Herr Marx von der Kreisverwaltung vor, den Stundenplan eventuell im zweiwöchigen Rhythmus so umgestalten, dass die Schüler in einer Woche um 13.05 Uhr Schulschluss hätten und in der nächsten Woche um 16.00 Uhr.

Beim Oppenheimer Bus wurde kritisiert, dass er schon sehr alt sei und die Kinder im Herbst wegen eines Defekts zu spät zur Schule kamen. Der ORN-Vertreter versicherte, dass die Busse regelmäßig gewartet werden. Verspätungen kommen auch nicht mehr vor, da der Bus nun früher in Nierstein abfahre und die Orte Köngernheim und Undenheim nicht mehr angefahren werden müssten. Dies habe ein anderer Bus übernommen.

Ein weiteres Problem betraf die Saulheimer Strecke, die nicht mehr von einem Gelenkbus gefahren wird wie teilweise im letzten Jahr, sondern von einem 15-Meter-Bus (3-Achser), der fast dieselbe Kapazität hat. Die Busbegleiter sollten versuchen, die Schüler zum Zusammenrücken zu bewegen, damit alle gefahrlos mitfahren können. Bei Verdacht auf zu schnelles Fahren des Busses, so ein weiterer Vorwurf von Eltern und Kindern, sollen sich die Eltern noch am selben Tag bei der ORN melden, damit der Fahrtenschreiber kontrolliert werden könne. Ohne konkrete Hinweise, so Spies, kontrolliere die ORN die gefahrenen Geschwindigkeiten lediglich stichprobenhaft.

Die Spiesheimer Busbegleiter fragten nach, warum der Fahrer des Alzeyer Busses, der um 13.15 Uhr abfährt und eine halbe bis dreiviertel Stunde vor dem Spiesheimer Bus in Spiesheim ankommt, den Kindern die Mitfahrt verweigere. Sie müssten 10 Minuten länger auf den Spiesheimer Bus warten und mit diesem den Umweg über Rommersheim und Ensheim nach Spiesheim fahren. Herr Spies erläuterte, dass der Alzeyer Bus öffentlich sei. Wenn alle Spiesheimer Kinder mitfahren würden, könnten außerdem die Kinder aus Framersheim, Biebelnheim etc., für die der Alzeyer Bus gedacht sei, nicht mitfahren und kämen erst sehr viel später heim.

Ein Elternteil der IGS beschwerte sich, dass der Sörgenlocher Bus nach Nieder-Olm so überfüllt sei, dass die Kinder durch das Gedränge nicht rechtzeitig zum Ausstieg kämen. Herr Eschhold von der ORN versprach, dieses Problem an die zuständigen Kollegen der ORN in Mainz zur Stellungnahme weiterzuleiten.

Das nächste Problem, mit dem sich die Runde befassen wollte, war die Beschwerde der Busbegleiter des Schulzentrums, die Realschüler würden nicht ihren Anweisungen folgen. Man habe diese Beschwerde an die Realschule weiter gegeben, aber keine Rückmeldung erhalten. Da kein Vertreter der Realschule anwesend war, konnte das Thema nicht weiter besprochen werden.

Die für die Busaufsicht zuständigen Betreuungslehrer der IGS und Hauptschule teilten in diesem Zusammenhang mit, dass sich von der Realschule 70 Busbegleiter angemeldet haben, drei Mal so viel Busbegleiter wie IGS und Hauptschule zusammen. Es wurde bemängelt, dass das Schulzentrum keine Unterstützung durch eine Lehreraufsicht habe, obwohl die IGS und die Realschule jeweils zwei, die Hauptschule eine Lehreraufsicht stellen müssen.

Die Arbeit der Busbegleiter sei wichtig und müsse entsprechend gewürdigt werden. Daher wurden bei der Abschlussfeier in der IGS stellvertretend für alle Busbegleiter Stefan Casale (10d) aus Wallertheim und Tobis Flohr (9d) aus Ensheim mit einem Buchpreis ausgezeichnet. Betriebsleiter Spies berichtete, dass auch die ORN schon eifrige Busbegleiter ausgezeichnet und zu einem Fußballspiel nach Kaiserslautern eingeladen habe. Da es aber zwischenzeitlich zu viele Busbegleiter gebe, seien solche Aktionen leider nicht mehr möglich. Es gebe aber Überlegungen, diese Schüler mit einer Fritz-Card oder einer Tageskarte zu belohnen.

Beim Thema Fritz-Card kam aus der Runde der Hinweis, dass manche Mainzer Busfahrer Fritzkartenkunden nicht mitnehmen würden. Spies erläuterte, dass einige  Fahrer in vier verschiedenen Verbünden unterwegs seien und es trotz Schulungen vorkomme, dass sie manche Angebote nicht kennen würden. Selbstverständlich dürfe dies nicht sein und man wolle versuchen, Abhilfe zu schaffen.

Zum Abschluss bat Erika Korell vom Schulelternbeirat der IGS den Bürgermeister, über die Verkehrssituation am Wörrstädter Bahnhof zu berichten. Der Landesbetrieb Straßen und Verkehr, so Conrad, habe schon im Januar eine Ampel zugesagt und die Kreisverwaltung habe bereits das erforderliche Geld genehmigt. Doch eine Ampel allein löse nach Ansicht Conrads das Problem nicht. Zunächst sollte der Bürgersteig zwischen ehemaligem Penny-Markt und Bahnhof nach hinten und der Grünstreifen nach vorn an die Straße verlegt werden, damit die Schüler daran gehindert würden, an beliebigr Stelle quer über die Straße zu laufen. Hierfür prüfe die Ortsgemeinde zur Zeit die Finanzierungsmöglichkeiten. Auch müsse die Querungshilfe verändert werden. Bevor dies realisiert sei, müssten Eltern und Schulen die Schüler darüber aufklären, dass die Querungshilfe kein Zebrastreifen ist, an dem Autofahrer anhalten müssen. Von den Anwesenden wurde darüber hinaus vorgeschlagen, 1-Euro-Kräfte als Schülerlotsen an den Schulen und am Bahnhof einzusetzen. Polizeihauptkommissar Henschel von der Polizeiwache Wörrstadt sicherte eine entsprechende Ausbildung durch die Polizei zu.

Die Verbandsgemeinde, so Bürgermeister Conrad abschließend, wird Anfang 2006 zum nächsten „runden Tisch“ einladen.