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Fünftes Unternehmerforum

Das Unternehmerforum der VG Wörrstadt war wie immer gut besucht. Bürgermeister Markus Conrad betonte in seiner Begrüßung, dass sich das Unternehmerforum - mittlerweile über ein Jahr alt - zu einer permanenten Einrichtung entwickelt habe. Zusammen mit Günter Brück von der Alzeyer Volksbank, dem Kooperationspartner in Sachen Unternehmerforum, stellte er fest, dass bei den Firmen nach wie vor Interesse bestehe, sich im Rahmen der Veranstaltung einem breiten Publikum vorzustellen. Die Vorträge der Firmen, die sich bereits präsentiert haben sowie generelle Informationen über das Unternehmerforum seien auch auf der Internet-Seite der Verbandsgemeinde www.vgwoerrstadt.de nachzulesen. Conrad informierte über den neuen Arbeitskreis „Zukunftsentwicklung“, in dem gemeinsam mit den Ortsgemeinden überlegt werden soll, wie sich die Verbandsgemeinde fortentwickle. Vor allem in der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Tourismus bittet Conrad um rege Mitarbeit interessierter Bürger.

Im Mittelpunkt dieses fünften Forums stand die Vorstellung der Sparkasse Worms-Alzey-Ried. Durch den Zusammenschluss der Kreissparkasse Alzey und der Sparkasse Worms war 2003 das größte Kreditinstitut im Kreis entstanden. Vorstandsmitglied Norbert Zubiller und Abteilungsdirektor Norbert Mees präsentierten die Geschäf


tsgebiete, sprachen über Bilanzen sowie soziales und kulturelles Engagement der Sparkasse, für das alleine rund 700.000 Euro ausgegeben wurden. Sie gaben eine kleine Information am Rande: mit vier Millionen Euro Steuern habe man im Jahr 2004 deutlich mehr Steuern gezahlt als der Weltkonzern Daimer-Chrysler.

Die anwesenden Mittelständler interessierte allerdings eher, wie ihre Sparkasse sie unterstützt und was diese von den mittelständischen Unternehmen erwartet. 

Auf dieser Frage lag denn auch der Schwerpunkt der sich anschließenden Diskussion.

Spielerisch zum Business-Plan

Genau dieses Thema war der Schwerpunkt des zweiten Vortrages. Peter Starck, Unternehmensberater aus Mainz, referierte über die Erstellung von Businessplänen, die von immer mehr Banken vor einer Kreditvergabe gefordert werden. Wie diese Businesspläne mit Hilfe des Planspiels „IOXIOCIO – Die ersten 1000 Tage“ erstellt werden können, erläuterte Michael Reiss von der Unternehmensberatung 1stCONCEPT aus Mainz. Dieses Planspiel solle aber nicht nur eine Hilfe bei der Erstellung  eines Businessplans sein, es könne auch Existenzgründern und Unternehmen bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder eine Hilfestellung bieten. Mehr Information hierzu unter www.die-ersten-1000-tage.de.

Ein weiteres Thema

des Abends war die Vergabe öffentlicher Aufträge. Bauamtsleiter Karl-Heinz Greb berichtete über die Ausschreibungspraxis und die gesetzlichen Bestimmungen der VOB (Verdingungsordnung für Bauleistungen). Diese Vorschrift verlangt verbindlich, dass für Arbeiten jeder Art, durch die eine bauliche Anlage hergestellt, instandgehalten oder beseitigt wird, eine

"Öffentliche Ausschreibung" 1. nach öffentlicher Aufforderung, 2. nach einem vorgeschriebenen Verfahren und 3. mit einer unbeschränkten Zahl von Unternehmen

oder eine "Beschränkte Ausschreibung" 1. nach Aufforderung, 2. nach einem vorgeschriebenen Verfahren und 3. mit einer beschränkten Anzahl von Unternehmen

stattfindet. 

Erfüllen die Bewerber die in der VOB vorgeschriebenen Anforderungen, so ist die Verbandsgemeinde aus Gründen der wirtschaftlichen Haushaltsführung verpflichtet, den Zuschlag an das Unternehmen mit dem niedrigsten Angebot zu vergeben. Weicht die Verbandsgemeinde davon ab und vergibt den Auftrag an ein anderes Unternehmen, obwohl die Firma mit dem niedrigsten Angebot alle Voraussetzungen der Ausschreibung erfüllt hat, so kann das abgewiesene Unternehmen mit guten Aussichten auf Erfolg vor Gericht Schadensersatz erstreiten.

85 % der beschränkten Ausschreibungen aus den Jahren 2002 bis 2004 wurden mit Beteiligung der einheimischen Firmen durchgeführt. Nur in einigen Fällen, wo die Ausführung des Auftrags ein nicht in der Verbandsgemeinde vorhandenes spezielles Fachwissen erforderte, wurde davon abgesehen. Dennoch gingen nur 21 Aufträge an heimische Unternehmen. Grund hierfür ist offensichtlich das erheblich geringere Lohnniveau im Hunsrück, Pfälzer Wald oder gar in Ostdeutschland, was dazu führt, dass diese Firmen ihre Leistungen günstiger anbieten können, als die ansässigen Handwerker.

Für beide Seiten unbefriedigender Zustand

Die VG kann den Unmut heimischer Unternehmer verstehen, hat aber bei der Auftragsvergabe keinen Spielraum, da sie gesetzlich verpflichtet ist, dem preiswertesten Anbieter den Zuschlag zu erteilen, sofern keine besonderen Gründe einer Auftragsvergabe entgegen stehen. Die VOB ist eine Bundesverordnung. Inwieweit hiesige Firmen, die ohne Leiharbeiter aus den neuen EU-Ländern auskommen, ein Bonus zugestanden wird, kann nur durch den Gesetzgeber auf Bundesebene geregelt werden.