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Der Auftrag von Rio an die Kommunen der Welt

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
zum ersten Male in der Geschichte der Menschheit haben sich 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro Staats- und Regierungschefs aus über 170 Nationen auf ein gemeinsames  Leitbild für eine weltweite Entwicklung verpflichtet: auf die neue Agenda 21

Auf deutscher Seite wurde diese Vereinbarung vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl unterzeichnet. Dieses Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert skizziert Wege zu einer zukunftsbeständigen Entwicklung. Es fand seither eine derartige Resonanz, wie sie wohl noch keinem anderen internationalen Dokument zuvor widerfuhr. Auf allen Kontinenten der Erde haben Kommunen und deren Bürger den Appell von Rio aufgegriffen und mit der Erstellung von lokalen Agenden begonnen.

Ein sensationelles Ergebnis, das die Dringlichkeit der angegangenen Themen bestätigt und deutlich zeigt, wie sehr dem modernen Menschen die Probleme unseres Erdballs mittlerweile bewusst geworden sind. Die Zahl der Kommunen, die sich an der Agenda 21 weltweit beteiligen, lässt sich derzeit nicht genau konkretisieren. Die letzten Erhebungen stammen aus dem Jahre 1997 und belegen, dass bereits damals weltweit über 1800 Kommunen in 64 Ländern dabei waren, sich dem Agendaverfahren und dessen Gedankengut anzuschließen und es umzusetzen.

Eine deutliche Mehrzahl dieser Kommunen stammt aus Europa. Sehr früh gründeten britische und skandinavische Kommunen eigene Agenda-Foren. Unterstützung erhielten sie bei ihren Kommunalverbänden, teilweise auch bei ihren nationalen Regierungen. In Deutschland haben zahlreiche Städte zu diesem Zeitpunkt gesonderte Stellen bzw. Zuständigkeiten für die Entwicklung einer Lokalen Agenda 21 eingerichtet. Leider haben bisher immer noch zu wenig Städte zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt. Umweltämter sowie Stadtplanungsämter beteiligen sich an verwaltungsinternen Kooperationsgremien zur Lokalen Agenda 21. Auch Ämter zur Wirtschaftsförderung werden aktiv.

An der Spitze der Themen liegen Klimaschutz, Umwelt, Energie und Verkehr. Sie werden jedoch mit zunehmendem Bürgerinteresse durch neue Belange ergänzt. Größte Hemmnisse für die Einführung und Umsetzung der Lokalen Agenda 21 sind nach Aussage der Städte fehlende Finanzmittel und fehlendes Personal zur Durchführung.

Seit 1997 wird jährlich ein europäischer Preis an besonders engagierte Kommunen vergeben. Die erste deutsche Stadt, die damit ausgezeichnet wurde, war 1997 Heidelberg, zusammen mit vier weiteren europäischen Preisträgern.

Sie sehen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, es tut sich etwas, wenn auch vielleicht für viele von Ihnen unbemerkt und noch nicht in ausreichendem Maße. Die Lokale Agenda 21 ist jedoch auf einem guten Wege. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen!

Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.

08.08.2003 
Quelle: Nachrichten-Blatt vom 24.07.2003