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Bei Gartenneugestaltungen stellt sich vielen Gartenbesitzern die Frage, welche Abstände die verschiedenen Baum- und Straucharten zum Nachbargrundstück einhalten müssen.
Diese privatrechtlichen Beziehungen von Grundstücksnachbarn regelt das Nachbarrechtsgesetz Rheinland-Pfalz. Einen gekürzten Auszug daraus haben wir nachfolgend für Sie zusammengestellt.

§ 44 Grenzabstände für Bäume, Sträucher und einzelne Rebstöcke
Eigentümer und Nutzungsberechtigte eines Grundstücks haben mit Bäumen, Sträuchern und einzelnen Rebstöcken von den Nachbargrundstücken – vorbehaltlich des § 46 – folgende Abstände einzuhalten:
1. mit Bäumen (ausgenommen Obstbäume), und zwar
a) sehr stark wachsenden Bäumen mit artgemäß ähnlicher Ausdehnung wie Bergahorn, Sommerlinde, Pappeln, Platanen, Roßkastanie, Stieleiche, Fichte, Atlaszeder 4 m
b) stark wachsenden Bäumen mit artgemäß ähnlicher Ausdehnung wie Hainbuche, Vogelbeere, Weißbirke, Zierkirsche, Kiefer, Lebensbaum 2 m
c) allen übrigen Bäumen 1,5 m

2. mit Obstbäumen, und zwar
a) Walnußsämlingen 4 m
b) Kernobstbäumen auf stark wachsenden Unterlagen veredelt, sowie Süßkirschbäume und veredelten Walnußbäumen. 2 m
c) Kernobstbäumen mit schwach wachsenden Unterlagen veredelt, sowie Steinobstbäumen, ausgenommen Süßkirschen 1,5 m

3. mit Sträuchern (ausgenommen Beerenobststräuchern), und zwar
a) stark wachsenen Sträuchern mit artgemäß ähnlicher Ausdehnung wie Alpenrose (Rhododendron-Hybriden), Hasel-
nuß, Felsenmispel, Flieder, Goldglöckchen, Wacholder 1 m
b) allen übrigen Sträuchern 0,5 m

4. mit Beerenobststräuchern, und zwar
a) Brombeersträuchern 1 m
b) allen übrigen Beerenobststräuchern 0,5 m
5. mit einzelnen Rebstöcken 0,5 m

§ 45 Grenzabstände für Hecken
(1) Der Eigentümer und der Nutzungsberechtigte eines Grundstücks haben mit Hecken gegenüber den Nachbargrundstücken – vorbehaltlich des § 46 – folgende Abstände einzuhalten:
1. mit Hecken über 1,5 m Höhe 0,75 m
2. mit Hecken bis zu 1,5 m Höhe 0,50 m
3. mit Hecken bis zu 1,0 m Höhe 0,25 m
(2) Hecken im Sinne des Abs. 1 sind Schnitt- und Formhecken, und zwar auch dann, wenn sie im Einzelfall nicht geschnitten werden.

§ 46 Ausnahmen
(1) Die doppelten Abständen nach den §§ 44 und 45, in den Fällen des § 44 Nr. 1a und Nr. 2a jedoch die 1,5-fachen Abstände mit Ausnahme der Abstände für Pappeln, sind einzuhalten gegenüber Grundstücken, die
1. dem Weinbau dienen,
2. landwirtschaftlich, erwerbsgärtnerisch oder kleingärtnerisch genutzt werden, sofern nicht durch Bebauungsplan eine andere Nutzung festgelegt ist, oder durch Bebauungsplan dieser Nutzung vorbehalten sind.
(2) Die §§ 44 und 45 gelten nicht für:
1. Anpflanzungen, die hinter einer undurchsichtigen Einfriedung vorgenommen werden und diese nicht überragen,
2. Anpflanzungen an den Grenzen zu öffentlichen Grünflächen und zu Gewässern
3. Anpflanzungen zum Schutze von erosions- oder rutschgefährdeten Böschungen oder steilen Hängen,
4. Anpflanzungen gegenüber Grundstücken außerhalb des geschlossenen Baugebietes, die Weideland sind oder nicht landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, nicht bebaut sind und auch nicht als Hofraum dienen.

§ 47 Berechnung des Abstandes
Der Abstand wird von der Mitte des Baumstammes, des Strauches, der Hecke oder des Rebstocks bis zur Grenzlinie gemessen, und zwar an der Stelle, an der die Pflanze aus dem Boden austritt.

§ 51 Ausschluss des Beseitigungsanspruchs
(1) Der Anspruch auf Beseitigung von Anpflanzungen, die geringere als die in den §§ 44 bis 50 vorgeschriebenen Abstände einhalten, ist ausgeschlossen, wenn der Nachbar nicht innerhalb von fünf Jahren nach dem Anpflanzen Klage auf Beseitigung erhoben hat. Dies gilt nicht für Anpflanzungen an der Grenze eines Wirtschaftsweges.