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Renaturierung des Mühlbaches

Am 21. Juli wurde der auf einer Länge von rd. 1,4 km neu renaturierte Bauabschnitt des Mühlbaches zwischen den Ortslagen Wörrstadt und Saulheim offiziell eingeweiht. Der nun fertig gestellte Gewässerabschnitt leistet einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und zur Verbesserung des Hochwasserschutzes der Ortslage Saulheim.

Bei der offiziellen Einweihung stellten Bürgermeister Markus Conrad und die Beteiligten den zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürgern die Veränderungen vor. "Dieses jüngste Projekt der Verbandsgemeinde Wörrstadt hatte bereits während der Bauphase viel Beifall von Anliegern und Erholungssuchenden erhalten," stellte er zufrieden fest.

Renaturierter Bauabschnitt des Mühlbaches zwischen den Ortslagen Wörrstadt und Saulheim

Ralf Wester vom Ingenieurbüro „renatur“ aus Saulheim hatte die Umgestaltung des Mühlbaches geplant und umgesetzt. Anlass der Planung war zunächst die Entschärfung der Abfluss-Situation am Mühlbach nach Starkregenereignissen, bei denen die Wassermassen aus Regen- und Mischwasser mit großer Geschwindigkeit durch die Ackerflächen und die Ortslage von Saulheim flossen. Darüber hinaus sollten naturnahe Gewässerstrukturen hergestellt und entwickelt werden.
Um die Voraussetzungen für die Renaturierung und Wasserrückhaltung zu schaffen, erwarben die Verbandsgemeinde und die Ortsgemeinde Wörrstadt die Ackerflächen beidseitig des Mühlbaches. Dies geschah mit Unterstützung des Landes, das im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union bis zu 90 % der Finanzierung trägt, und mit bodenordnerischer Hilfe durch das Dienstleistungszentrum für den Ländlichen Raum in Bad Kreuznach. Außerdem war als Voraussetzung für die rund 500.000 € teure Maßnahme die Verlegung des Verbindungssammlers erforderlich, die in Kooperation mit den Verbandsgemeindewerken erfolgte

Umfangreiche Boden- und Pflanzarbeiten erforderlich

Im nun seit 2004 abgeschlossenen 2. Bauabschnitt bekam der Mühlbach im Tiefpunkt der Aue ein neues, abgeflachtes und verbreitertes Bachbett. Mit Hilfe von Sohlschwellen und Geschiebezugaben wurde die Rauhigkeit der Gewässersohle erhöht, um die Selbstreinigungskraft zu verbessern und die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren. Auetypische Gehölze (Weiden, Erlen, Eschen) sorgen an den breiten Uferrandstreifen für Beschattung und Kühlung des Gewässers, was den Sauerstoffgehalt erhöht und wuchernden Unterwuchs eindämmt. Eine neu angelegte Furt sorgt für die sichere Querung des wieder mäandrierenden Mühlbachs durch landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Rund 4.200 cbm unbelasteter Oberboden wurde zur Schaffung von mehreren Flutmulden abgefahren und fand größtenteils im Flurbereinigungsgebiet Ober-Saulheim Verwendung. Der Rest wurde zur Modellierung der Landschaft und zur Abdichtung der Mulden verwendet. Insgesamt entstand damit ein Retentionsvolumen (Rückhaltevolumen) von etwa 1.000 bis 5.000 cbm, abhängig vom Wasserstand der Mulden.

Die Maßnahme wird auch den Erlebniswert unserer Natur und Landschaft vor Ort nachhaltig verbessern. Die mit Hackschnitzeln hergestellten Fußpfade sind Teil des Besucherlenkungskonzeptes, das die Naherholung der Bevölkerung bereichern und zugleich für Fauna und Flora Rückzugsbereiche sichern soll. Einige seltene Pflanzen und Tiere, die zum Teil in unserer Region als stark gefährdet gelten, haben hier  bereits ihren Lebensraum gefunden.