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Auch Goethe erlebt die „Mainzer Republik“

In seiner tagebuchartigen Beschreibung „Belagerung von Mainz“ schildert Johann Wolfgang von Goethe sehr anschaulich die damaligen Ereignisse. Schließlich kapitulierte die französische Besatzung am 23. Juli 1793 vor den preußischen Belagerern. Nach nur neun Monaten war damit auch bereits wieder das Ende der „Mainzer Republik“ gekommen.


Die Bevölkerung musste nunmehr die Allianz-Truppen unterhalten, die das Land besetzt hielten. Deren Forderungen waren noch weit härter als die der französischen Revolutionstruppen, so dass in dem ohnehin bereits ausgeplünderten Land große Not herrschte. Zwar zogen 1794 die Soldaten wieder aus unserer Gegend ab und französische Truppen besetzten erneut das Land. Diese empfanden sich jetzt aber ebenfalls nur noch als Besatzungstruppe und plünderten systematisch das Land und dessen Bevölkerung aus. Seit dem Frieden von Campo Formio im Jahr 1797 war das heutige Rheinhessen der französischen Republik angegliedert. Völkerrechtlich wurde die Angliederung unserer Heimat an Frankreich aber erst am 06.September 1801 - nach dem Frieden von Lunéville - wirksam.

Als der Donnersberg noch „Mont Tonnerre“ hieß

Unter Napoleon wurde das linksrheinische Gebiet im Januar 1798 neu organisiert und in vier „Departements“ aufgeteilt. Unser Gebiet gehörte zum „Departement du Mont Tonnerre“, war also nach dem Donnersberg benannt und wurde von Mainz aus verwaltet. Es erstreckte sich zwischen Queich, Nahe und Rhein und entspricht in seinem Umfang etwa dem heutigen Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz. Jedes Departement wurde wiederum in kleinere Verwaltungseinheiten aufgeteilt, die „Kantone“ hießen und in etwa den heutigen Verbandsgemeinden entsprachen. So gehörten zum „Kanton Wörrstadt“ seinerzeit 24 Gemeinden mit rd. 15.000 Einwohnern. Darunter waren bereits alle Ortsgemeinden, die auch heute die Verbandsgemeinde Wörrstadt bilden.