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Teilnahme am Projekt21

Die Teilnahme als eine von acht Modellkommunen am rheinland-pfälzischen Projekt21 ist ein weiterer wichtiger Schritt der VG Wörrstadt hin zu einer nachhaltigen Entwicklung.


Projekt21 - Team in der Verwaltung
Projekt-Team in der Verwaltung (2005)

Projektstart war im Januar 2005. In den Monaten danach erarbeitete ein Projekt-Team der Verwaltung zusammen mit zahlreichen Agenda-Aktiven den 1. Nachhaltigkeitsbericht der VG Wörrstadt. Die zweite Projektstufe bestand in der Erarbeitung eines konkreten Handlungsprogramms. Seit Mai 2007 befasst sich ein Arbeitskreis mit dessen Umsetzung.

Der 1. Nachhaltigkeitsbericht der VG Wörrstadt

Der Nachhaltigkeitsbericht enthält eine aktuelle Bestandsaufnahme verschiedener Nachhaltigkeitsfelder, die sowohl positive wie auch negative Entwicklungen deutlich macht. Damit gibt er dem VG-Rat wichtige Orientierungs- und Entscheidungshilfen, wenn es um die langfristig verantwortungsvolle, nachhaltige Kommunalentwicklung geht.

Sechs Handlungsfelder im Blick

Sechs Bedürfnis- bzw. Handlungsfelder wurden bei der Erarbeitung des Nachhaltigkeitsberichts mit Hilfe so genannter Indikatoren, also Zustandsanzeiger betrachtet. Die ausgewählten Indikatoren untersuchen gezielt die Bereiche, die für die nachhaltige Entwicklung der Kommune von entscheidender Bedeutung sind. Zielkonflikte, wie sie zum Beispiel zwischen der Ausweisung von Gewerbeflächen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und der Eindämmung des Flächenverbrauches bestehen können, werden dabei nicht unter den Teppich gekehrt.

Das Bedürfnisfeld „Wohnen“ umfasst die Aspekte Flächenverbrauch, Energiesparen, Mietpreise und Lärm. Während der festgestellte sinkende Trend beim Flächenverbrauch und bei den Mietpreisen erfreulich ist, ermöglichen die Bereiche Energieverbrauch und Verkehrslärm derzeit kein grundsätzlich nachhaltiges Wohnen in der VG Wörrstadt. Hier besteht Handlungsbedarf.

Für eine nachhaltige Entwicklung der „Mobilität“ werden integrierende Verkehrskonzepte benötigt, die Raum und Menschen schonen. Derzeit kollidieren die Bedürfnisse der Bewohner nach einem möglichst lärmarmen Wohnen und dem Erhalt unserer schönen Landschaft mit der überwiegenden Praxis, Wege mittels Pkw zurückzulegen. Neue Verkehrskonzepte müssten örtliche und regionale Entwicklungen/Planungen berücksichtigen und mit innerörtlichen verkehrsberuhigenden und -mindernden Maßnahmen verknüpfen.

Im Bereich „Einkommen“ wurde beim Indikator „möglichst umweltschonende Produktion und Beschäftigung“ akuter Handlungsbedarf festgestellt. Die ökologische Landwirtschaft, die auch ein Potenzial an Arbeitsplätzen birgt, hat bei uns noch zu wenig Bedeutung. Auch in Sachen „Zugang zu Verantwortung und Einfluss für Frauen“ sind erhebliche Defizite erkennbar.

Das Bedürfnisfeld „Versorgung“ zeigt bei der Trinkwasserversorgung, den Siedlungsabfällen und der Betreuungssituation für die jüngeren und älteren Bevölkerungsgruppen eine recht akzeptable Situation. Bei Betrachtung der Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs wird deutlich, dass eine Grundversorgung nicht mehr in allen Ortsgemeinden gegeben ist und dass noch zu wenig unter nachhaltigen Gesichtspunkten produziert und gehandelt wird.

Im Bereich „Freizeit, Bildung und Tourismus“ weist die Verbandsgemeinde bereits eine gute Infrastruktur auf. Negativ zu bewerten ist allerdings die geringe Fläche, die dem Einzelnen für Erholungszwecke zur Verfügung steht. Die Integration ausländischer Mitbürger, für die unter anderem die Bildung ein Schlüssel ist, kann aufgrund fehlender aussagekräftiger Daten derzeit noch nicht genauer betrachtet werden. Im Bereich Fremdenverkehr sind erste Strukturen vorhanden, die jedoch noch erheblich ausgebaut werden müssen.

Bei Betrachtung des Bedürfnisfeldes „Teilhabe an Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft" wird deutlich, dass konkurrierende Nutzungsansprüche auf unsere Landschaft Einfluss nehmen: Siedlung, Verkehr und Landwirtschaft einerseits, der Erholung suchende Mensch (Einheimische und Touristen) andererseits. Aus den Erhebungen zur Qualität der Fließgewässer, dem Zerschneidungsgrad der Landschaft, dem Umfang und Zustand der Agrarbegleitbiotope, der unter Schutz gestellten Flächen sowie der Populationsentwicklung von Vogelleitarten ist ein hoher Gefährdungsgrad der Erlebnispotenziale und damit der Attraktivität unserer Kulturlandschaft erkennbar.

Im Februar 2006 wurde der Bericht dem VG-Rat vorgelegt und von diesem verabschiedet. Als dringlichstes Handlungsfeld hatte sich der Bereich "Landschaft" erwiesen.

Planungswerkstatt "Landschaftsentwicklung"

Folgerichtig befasste sich die 1. Planungswerkstatt im März 2006 mit dem Thema: „Veränderung unserer Landschaft zur Verbesserung der Situation in den Bereichen Naherholung, Tourismus und Naturschutz“. Rund 35 engagierte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Lokaler Agenda, Organisationen, Wirtschaft sowie interessierte Bürgerinnen, Bürger und Jugendliche entwickelten Zukunftsstrategien und -projekte, durch die vor Ort die Situation in den Bereichen Naherholung, Tourismus und Naturschutz verbessert werden sollen.

1. Handlungsprogramm verabschiedet

Die Ergebnisse der Handlungswerkstatt wurden von der Verwaltung in einem Handlungsprogramm aufbereitet. Das Handlungsprogramm beinhaltet drei Handlungsfelder.

Das erste Handlungsfeld „Authentisches Landschaftsbild schaffen“ beinhaltet das Projekt „Grünes Klassenzimmer“, welches das gleichnamige Pilotprojekt in Sulzheim und Rommersheim möglichst in alle Ortsgemeinden der VG tragen will. Diese Flächen dienen der Naherholung sowie Umwelterziehung und –bildung an Kindergärten und Schulen (siehe unten). Im zweiten Projekt „Runder Tisch Landschaft“ soll eine zentrale Koordinierungs- und/oder Leitstelle in allen Fragen zum Thema Landschaft eingerichtet werden.

Im zweiten Handlungsfeld „Ortsgestaltung und Dorferneuerung“ hat das Projekt „Leben im Ortskern“ das Ziel, die Ortskerne aller Ortsgemeinden der VG Wörrstadt lebenswert, attraktiv und regionaltypisch zu gestalten unter Berücksichtigung der Belange des Umweltschutzes und der Verkehrsplanung.

Das dritte Handlungsfeld „Tourismus als Chance“ will die Landschaftsentwicklung unter touristischen Aspekten vorantreiben und die Tourismusförderung professionalisieren. Dies soll unter anderem durch die Gründung einer Tourismus GmbH erreicht werden wie auch durch das Projekt „Touristische Infrastruktur“, das die vorhandene Infrastruktur analysieren und mögliche Verbesserungen aufzeigen soll. Durch einen Wettbewerb „Wir suchen Rheinhessens Spezialität“ soll die regionale Gastronomie gefördert und als Marketinginstrument eingesetzt werden.

Seit der Beschlussfassung des Handlungsprogramms durch den VG-Rat im Mai 2007 befasst sich der "Arbeitskreis Zukunftsentwicklung der Verbandsgemeinde Wörrstadt" mit der Umsetzung der genannten Maßnahmen und Projekte (siehe Seite "Entwicklungskonzepte").