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Professor Dr. Koch mit Niklas-Medaille ausgezeichnet 



Prof. Dr. Hans-Jörg Koch aus Wörrstadt wurde vergangene Woche die Professor-Niklas-Medaille in Silber für seine herausragenden Verdienste für die deutsche Weinwirtschaft verliehen. Mit seinem „einzig umfassenden Kommentar zum Weinrecht“ und seine vielfältige Lehrtätigkeit über Jahrzehnte hinweg habe er „wesentlich zur Pflege und zum besseren Verständnis des Rechts und der Weinkultur beigetragen“, betonte die Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner anlässlich der Ehrung im Deutschen Weininstitut in Mainz. Sie überreichte im Namen von Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz diese höchste Auszeichnung des Bundesministeriums, die äußerst selten vergeben werde.

Der in Rheinhessen als Sohn einer Winzerfamilie geborene und in Wörrstadt wohnende Prof. Dr. Koch beschäftigt sich seit 60 Jahren aus beruflicher und persönlicher Leidenschaft mit dem Thema Wein. Hauptberuflich als Richter und in Ministerien tätig, hat er viele Jahre lang an der Fachhochschule Wiesbaden und an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Weinrecht gelehrt. Als Mitglied vieler wissenschaftlicher Beiräte, zum Beispiel des Schutzverbandes Deutscher Wein, hat sich der Geehrte für das Weinrecht und die Kultur des Weines eingesetzt.

Der Weinrecht-Kommentar, von Prof. Dr. Koch zuerst 1958 publiziert, dann kontinuierlich angepasst und erweitert, kann als sein Lebenswerk gelten. Das Werk ist national wie international einzigartig hinsichtlich seines Reichtums an Weinfachkenntnissen und seiner ausgewogenen juristischen Auslegung. Klöckner weiter: „Prof. Dr. Koch zieht mit juristischem Feinsinn die Grenze zwischen dem Erlaubten und dem Unzulässigen. Er beschreibt die Kultur des Weines, die sich aus dem Alltäglichen entwickelt und – in Maßen genossen – zu Genuss und Lebensfreude beitragen kann.“ So hat er sich auch literarisch mit Weinkultur und Weingenuss beschäftigt und beispielsweise die Bedeutung dieses „einmaligen Kulturgetränks“ im Leben schöpferisch Tätiger dargestellt.

„Wein hat mich geprägt, intensiv beschäftigt, erfreut und zuweilen auch getröstet – neben einem ausfüllenden und stets vorrangig gewesenen Beruf als Richter“, bringt der Geehrte sein Verhältnis zum Wein in seiner Dankesrede auf den Punkt. Gerade deshalb bedrücke ihn der zunehmende Verlust an Weinkultur. Wein nur absatzorientiert zu produzieren degradiere ihn zum „Hingucker“-Event. Und er ist überzeugt: „Weinkultur ist ohne Individualität nicht denkbar. Globalisierung zerstört sie.“ So geht Prof. Dr. Koch mit dem EU-Verordnungsgeber keinesfalls konform, der „Wein nicht als Kultgetränk, sondern als Allerweltsmixtur“ verstehe und in die Agrarmarktordnung zu Zuckerrüben und Milch einordne. In den Eu-Bestrebungen,  Wein als Droge einzustufen, sehe er eine unsinnige Abwertung dieses Kulturgetränks, das im Gegenteil sogar ein Sucht hemmendes, gesundheitsförderndes Genussmittel sei.

Bürgermeister Markus Conrad gratulierte Prof. Dr. Koch herzlich zu dieser Ehrung. „Als hervorragender Kenner der Materie Wein und Weinkultur sind Sie ein großartiger Werbeträger für Rheinhessen, die Verbandsgemeinde Wörrstadt, unsere Weine und Winzer. In Ihren zahlreichen Büchern über ihre Heimatregion haben Sie Fremden wie Einheimischen unser Rheinhessen und seine Menschen auf liebenswerte Weise näher gebracht. Vor allem aber haben Sie sich als Verfechter unserer guten und traditionell hergestellten Weine und unserer Weinkultur sehr verdient gemacht. Hierfür meinen bzw. unseren ganz herzlichen Dank.“ 

Bild: Julia Klöckner überreicht Prof. Dr. Koch die Medaille im Beisein seiner    Ehefrau  Irmgard. Auch Bürgermeister Markus Conrad und Wörrstadts Stadtbürgermeister Ingo Kleinfelder (rechts) nahmen an der Feierstunde teil. (Foto: Deutsches Weininstitut)